AT: Ribo/Neßler zum nationalen Aktionstag für Young Carer: Pflegende Kinder und Jugendliche müssen sichtbarer werden

Die Grünen

Die heute vom Sozialministerium veröffentlichte „Young Carers Austria“-App und das Projekt #visible bieten von nun an Unterstützung

Young Carer sind Kinder und Jugendliche, die regelmäßig Geschwister, Eltern oder andere Familienangehörige pflegen beziehungsweise betreuen. Dabei gibt es in Österreich über 40.000 betroffene Kinder und Jugendliche. „Young Carer sind in unserer Gesellschaft leider oft unsichtbar. Ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich sage, dass damit viel Scham und Angst verbunden ist. Young Carer sind oft mit der Situation überfordert, vom System alleingelassen und auf sich gestellt. Das muss sich ändern“, betont Bedrana Ribo, Pflegesprecherin der Grünen. „Ich freue mich sehr, dass mit der ,Young Carers Austria‘-App und dem Projekt #visible betroffene Kinder und Jugendliche nun mehr Möglichkeiten haben sich Hilfe zu holen.“

„Young Carer tragen viel mehr Verantwortung als andere Kinder in ihrem Alter. Das Durchschnittsalter von Kindern die Angehörige pflegen liegt bei 12,5 Jahren. Sie und ihre Familien leben häufig im Verborgenen, werden oft weder von sich selbst, noch ihrem Umfeld als solche wahrgenommen und bekommen deshalb nicht die notwendige Unterstützung. Darum ist es absolut notwendig, dass wir jetzt ein Zeichen setzen und sie unterstützen“, erklärt die Kinder- und Familiensprecherin der Grünen, Barbara Neßler.

Mit der heute online gegangen App “Young Carers Austria“ werden auf einen Blick Notfallnummern, hilfreiche Kontaktadressen in den Bundesländern, ein Young Carers ABC und vieles mehr zur Verfügung gestellt. „Damit soll nicht nur den Young Carers selbst, sondern auch Pädagog*innen und allen Interessierten eine Unterstützung geboten werden“, sagt Ribo und appelliert: „Ich kann nur alle dazu auffordern sich genau umzuschauen. Vielleicht gibt es auch in Ihrem Umfeld Young Carer, die Unterstützung brauchen.“

Mit dem Projekt #visible werden zusätzlich konkret Kinder und Jugendliche mit psychisch erkrankten Elternteilen durch eine niederschwellige Online-Beratung unterstützt. „Mit 275.000 Kindern und Jugendlichen sind hiervon ebenfalls erschreckend viele in Österreich betroffen. Oftmals verstehen Elternteile die Erkrankung selbst nicht und Kinder beziehungsweise Jugendliche noch viel weniger. Es ist daher besonders wichtig, dass die betroffenen Kinder jemanden haben an den sie sich wenden können, wenn der Elternteil als wichtige Bezugsperson nicht mehr wie gewohnt agieren kann“, bekräftigt Ribo.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)