AT: Reisen trotz Inkontinenz

(C) Marco Martins

Viele Menschen mit Kontinenzproblemen verzichten auf Reisen oder andere soziale Aktivitäten, weil sie Angst vor einem peinlichen Zwischenfall haben. Die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) informiert im Rahmen der heurigen Welt-Kontinenz-Woche, wie eine entspannte Freizeit möglich wird und ein erholsamer Urlaub trotz Blasen- oder Darmschwäche gelingen kann.

+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +

Online-Vortrag am Mittwoch, 23. Juni 2021, 18.00 Uhr

Unterwegs mit/trotz Inkontinenz

Karin Müller, DGKP

Kontinenz- und Stomaberaterin (KSB)

Leiterin der MKÖ-Landesstelle Wien

Obfrau des Vereins Kontinenz-Stoma-Beratung Österreich

Link für die Teilnahme an der „YouTube-Premiere“: www.youtube.com/kontinenz

Fragen können während der Vorträge per Chat gestellt oder vorab an info@kontinenzgesellschaft.at geschickt werden.

Das Video steht nach der YouTube-Premiere im YouTube-Kanal der MKÖ dauerhaft zur Verfügung.

+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +

Zumindest jeder zehnte Österreicher ist von einer Inkontinenz betroffen. Probleme mit Blase oder Darm sind somit weit verbreitete Leiden, die die Lebensqualität der Betroffenen sehr stark einschränken. Dazu zählt, dass soziale Aktivitäten wie das Treffen von Freunden, Kino- oder Theaterbesuche, Ausflüge oder Reisen etc. immer mehr reduziert werden – aus Angst, dass ′etwas passieren′ könnte. Jedoch: „Für alle Formen der Inkontinenz gibt es wirksame Hilfe. Mit der richtigen Behandlung und Versorgung kann man ein aktives Leben führen und mit einer guten Planung auch auf Reisen gehen“, sagt Karin Müller, DGKP. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin leitet die MKÖ-Landesstelle Wien und ist Kontinenz- und Stomaberaterin (KSB).

Sicher unterwegs mit/trotz Inkontinenz

Menschen mit Inkontinenz haben häufig Sorge, wie sie mit ihrer schwachen Blase oder ihrem „undichten“ Darm lange Flüge oder Busfahrten heil überstehen können oder dass nicht ausreichend Toiletten am Urlaubsort vorhanden sind. Müller beruhigt: „Im Vorfeld können viele Unsicherheiten bereits geklärt werden. Abhängig von der Art und Dauer des Urlaubs, der Anreise und wo man übernachtet, können entsprechend die Vorbereitungen getroffen werden.“

Ein paar Tipps der Expertin im Überblick:

  • Besorgen Sie sich rechtzeitig eine ausreichende Menge an Hilfsmitteln wie z.B. saugfähige Einlagen, Katheter mit integriertem Urinbeutel etc. und spezielles Zubehör, das praktisch für die Reise ist.
  • Verstauen Sie Ihre Hilfsmittel nicht nur in ein einziges Gepäcksstück, sondern geben Sie einen Teil auch griffbereit ins Handgepäck.
  • Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind: Informieren Sie sich, ob am Reiseweg ausreichend Toilettanlagen vorhanden sind und wie weit Autobahn-Raststätten voneinander entfernt sind.
  • Für Busreisen: Fragen Sie nach, ob es eine Bordtoilette gibt und/oder ob ausreichend Pausen eingeplant sind.
  • Reservieren Sie im Flugzeug oder im Zug einen Sitzplatz in der Nähe der Toilette.
  • Machen Sie sich schlau, ob für Ihre Zieldestination ein WC-Finder verfügbar ist – z.B. als App oder als Stadtplan, in dem öffentliche Toiletten eingezeichnet sind.
  • Finden Sie heraus, ob vor Ort eine Kontinenz- und Stomaberaterin erreichbar ist und/oder ob es einen Bandagisten gibt, bei dem Nachschub an Hilfsmitteln besorgt werden kann.

„Generell sollte vor einer geplanten Reise eine Kontinenz- und Stomaberatungsstelle aufgesucht werden. Dort kann man sich gezielt beraten lassen und erfährt, ob es Möglichkeiten gibt, die Versorgung für die Urlaubszeit zu vereinfachen“, empfiehlt Müller und appelliert: „Die Handhabung eventuell neuer Hilfsmittel sollte unbedingt vor Reiseantritt geübt werden, damit man im Urlaub sicher im Umgang ist.“

Welt-Kontinenz-Woche: aktiv gegen das Tabu

Die Woche von 21. bis 25. Juni steht als „Welt-Kontinenz-Woche“ im Zeichen der Inkontinenz. Ziel ist, betroffene Menschen über die Möglichkeiten der Behandlung zu informieren und das schambesetzte Leiden ein Stück weit aus dem Tabu zu holen. Die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) ist dazu in Österreich aktiv, informiert täglich per Online-Video und verschickt ein kostenloses Info-Paket mit Tipps für die Erhaltung bzw. Wiedererlangung einer gesunden Blase und eines gesunden Darms. „Unser Ziel ist es, mehr Bewusstsein für das immer noch stark tabuisierte Thema Inkontinenz zu schaffen und Informationen anzubieten, die zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten beitragen“, so OÄ Dr. Michaela Lechner, Präsidentin der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) und Fachärztin für Chirurgie mit Spezialgebiet Proktologie.

Mehr Information über alle Aktivitäten der MKÖ im Rahmen der Welt-Kontinenz-Woche: http://www.kontinenzgesellschaft.at/wcw.htm

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen