AT: PVÖ-Kostelka zu Pflegereform: Wenig Licht – viel Schatten

(C) Pensionistenverband Österreich

Wo bleiben die großen Reformschritte? Pensionistenverband fordert eigenes Pflege-Staatssekretariat

„ENDLICH hat die Bundesregierung auf das jahrelange Drängen des Pensionistenverbandes und de facto sämtlicher mit der Pflege befassten Organisationen und Institutionen reagiert! ENDLICH – nach 5 Jahren Stillstand und 5 Ressortministern!“, so Dr. Peter Kostelka, Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) zu den heute bestenfalls als „Start“ zu bezeichnenden Ankündigungen einer Pflegereform durch die ÖVP/Grünen-Regierung. Für den Präsidenten der größten Senior*innenorganisation Österreichs beinhalten die vorgestellte Maßnahmen „wenig Licht, aber viel Schatten, weil wesentliche strukturelle Maßnahmen fehlen“. Daher fordert Kostelka ein eigenes Staatssekretariat für Pflege „um eine Reform an Haupt und Gliedern zu bewerkstelligen“.

„Jede und Jeder wird in Zukunft unmittelbar von Pflege betroffen sein. Ob als Angehöriger, als pflegend in der Familie tätig oder als selbst pflegebedürftige Person. Leider fehlt die wichtige niederschwellige und wohnortnahe Erstansprechstelle für Pflege und Betreuung mit einem österreichweiten Pflegetelefon. Denn wenn Menschen plötzlich pflegebedürftig werden, stehen Angehörige oftmals vor dutzenden Fragezeichen, Unsicherheiten und Hürden. Auch fehlen konkrete Zeitpläne für die Umsetzung sowie langfristige Maßnahmen“, so Kostelka.

Einige Forderungen des Pensionistenverbandes übernommen

Kostelka anerkennt aber, dass einige Forderungen des Pensionistenverbandes übernommen wurden. Unter anderem die Attraktivierung der Ausbildung durch finanzielle Anreize, mehr Information und Kurse für pflegende Angehörige, die stärkere Berücksichtigung von Demenz und anderen psychischen Erkrankungen und mehr Geld für die 24h-Betreuung.

Pflegereform muss nochmals grundlegend überarbeitet werden

Kostelka appelliert an die Bundesregierung, die Maßnahmen der Pflegereform noch einmal im Zuge der Umsetzung grundlegend zu überarbeiten und zu verbessern. Denn die vorgestellten Maßnahmen wirken nicht wirklich langfristig, sondern nur auf 2 bis 3 Jahre. „Die Pensionistenvertreter stehen dabei selbstverständlich gerne jederzeit mit Rat und Tat zur Seite! Damit daraus eine Pflegereform wird, die diesen Namen auch wirklich verdient“, so der PVÖ-Präsident abschließend.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)