AT: Pressekonferenz und Eröffnung der neuen PROMENZ Selbsthilfegruppe von und für Menschen mit Vergesslichkeit am 29. Mai 2019

Pressekonferenz Volkshilfe und PROMENZ zur Eröffunung der Selbsthilfegruppe und Vorstellung der Broschüre "Gut leben mit Promenz" (Fotograf Dragan Dokmanovic)

Die neue PROMENZ Selbsthilfegruppe von und für Menschen mit Vergesslichkeit im Klub des 17. Bezirks wurde im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam von PROMENZ und der Volkshilfe am 29. Mai im Amtshaus des 17. Bezirks in Wien vorgestellt.

Zusätzlich wurde auch die neue Broschüre „Selbstständig Leben mit PROMENZ“, welche ebenfalls gemeinsam von PROMENZ und Volkshilfe entwickelt und herausgegeben wird, präsentiert.

Im Rahmen der Pressekonferenz verwies Raphael Schönborn, Geschäftsführer von PROMENZ, auf die Wichtigkeit von Selbsthilfegruppen welche maßgeblich die Selbstbestimmung und die Selbsthilfe von Betroffenen positiv beeinflussen soll. Der Fokus auf Leistungsfähigkeit, der derzeit unsere Gesellschaft beherrscht, sei sehr problematisch für Menschen mit Demenz, so Schönborn. Es brauche daher Ermutigung und Stärkung für Betroffene um mit ihren Einschränkungen zurecht zu kommen. Demenz das Stigma in unserer Gesellschaft zu nehmen und die Akzeptanz für Selbstbestimmung zu fördern sei das Ziel. „Pro-Mensch!“

Erich Fenninger, Geschäftsführer der Volkshilfe, verwies auf Naomi Feil, welche propagiert den Begriff Demenz gar nicht zu verwenden, sondern den Menschen hinter seiner chronischen Erkrankung zu sehen. „Wenn in unserer Gesellschaft etwas nicht so funktioniert, dann verliert der Mensch an Stellenwert. Das darf nicht sein!“ Der lange Weg bis zur Demenzdiagnose sei schwer. Im Anschluss an die Diagnosestellung dürfe durch den Sicherheitsgedanken der betroffene Mensch aber nicht seine Autonomie verlieren. Die Selbstständigkeit im Alltag müsse erhalten bleiben. Dazu brauche es Kooperation mit Selbsthilfegruppen um die Autonomie von Menschen mit Demenz zu stärken.

Fenninger stellte die neue Broschüre, welche in gemeinsamer Produktion mit PROMENZ entstanden ist vor. „Es ist wichtig uns als Menschen wechselseitig anzuerkennen und nicht als Menschen mit Defiziten.“

Im Anschluss sprach Bea Gulyn, Botschafterin von PROMENZ und selbst Betroffene, über ihr Engagement und Ihre Erfahrungen mit PROMENZ. Sie bedankte sich für die neue Selbsthilfegruppe im 17. Bezirk und sprach über ihr Ziel, das neue Bild vom Altern in unserer Gesellschaft zu verbreiten. Denn, so Gulyn, man könne sich auf das Altern freuen. Ein wegkommen vom Defizitmodell-Denken hin zum ressourcenorientierten Denken sei unbedingt notwendig und müsse endlich vollzogen werden. „Altern braucht in unserer Zeit mehr Wertschätzung!“ Es sei nicht möglich die Krankheit zu heilen, aber ihr die Angst und den Schrecken zu nehmen. Autonomie und Selbstverantwortung sei zentral trotz Demenz-Diagnose und dürfe den Menschen nicht genommen werden.

Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer betonte die Notwendigkeit der Öffentlichkeitsarbeit und verwies auf den im Herbst (11.10.2019) kommenden Informationstag zum Thema Demenz. Es sei auch ein zentraler Auftrag der Pflege, sich mit den Aspekten des Krankheitsbildes Demenz genau auseinander zu setzen. Ein Abkommen von der Stigmatisierung der Krankheit sei unbedingt notwendig. Ebenso dürften Menschen mit Demenz nicht vereinsamen, dies sei ein gesellschaftlicher Auftrag. „Reden wir aber nicht über die Betroffenen, reden wir mit ihnen!“

Eröffnung der Selbsthilfegruppe (Fotograf Dragan Dokmanovic)

Im Anschluss an die Pressekonferenz wurde die Eröffnung im angrenzenden Pensionistenklub des Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser im Beisein von vielen Seniorinnen und Senioren sowie von Ehrengästen, unter anderem die SeniorInnenbeauftragte der Stadt Wien, Susanne Herbek, gefeiert.

 

Link zur neuen Broschüre: https://www.volkshilfe.at/fileadmin/user_upload/Media_Library/PDFs/LEBEN_MIT_PROMENZ.pdf

Link zu Promenz:

https://www.promenz.at/

 

 

 

 

 

Karin Eder
Über Karin Eder 604 Artikel
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Demenzberaterin, Direktorin im Haus Hetzendorf, Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

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