AT: Pflegestudierende übernehmen Krankenhausstation

A. ö. Krankenhauses der Elisabethinen und der Fachhochschule Kärnten

© EKH Stellten heute Kärntens erste Lernstation am Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt vor – Projektleiterin Kathrin Radl, BA, MEd von der FH-Kärnten, Akutgeriatrie-Departmentleiter OA Dr. Walter Müller, MSc, Anita Mitterdorfer, BA M.Ed. MA Studiengangsleitung Gesundheits- und Krankenpflege der FH, Pflegedirektorin DGKP Silvia Lueger, MSc, LH Stv. Dr.in Beate Prettner, Mag. Michael Steiner (GF Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt und Gesamtleiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan), MAS und Prim. Priv.-Doz. Dr. Michael Zink, D.E.A.A.

Theorie und Praxis auf innovative Weise verbinden – dieses Ziel verfolgt Kärntens erste Lernstation am Elisabethinen-Krankenhaus. Im Klagenfurter Ordenskrankenhaus startet Kärntens erste Lernstation unter dem Namen „NTU- Nursing Training Unit“, bei der Studierende im letzten Semester ihres Bachelorstudiengangs Gesundheits- und Krankenpflege an der Fachhochschule-Kärnten, die Planung und Organisation der Pflege auf der Station für Akutgeriatrie und Remobilisation übernehmen. Nach dem einwöchigen Skills Training, fand der Auftakt des besonderen fünfwöchigen Berufspraktikums heute, am 6. April im Beisein von LH Stv. Dr.in Beate Prettner statt.

Der berufliche Nachwuchs hat das Sagen

Am A.ö. Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt wird Ausbildung groß geschrieben. Frei nach Immanuel Kant „Theorie ohne Praxis ist leer, Praxis ohne Theorie ist blind“, absolvieren 15 Studentinnen des Bachelorstudiengangs Gesundheits- und Krankenpflege der Fachhochschule Kärnten ein fünfwöchiges Berufspraktikum an der Abteilung für Akutgeriatrie und Remobilisation und schlüpfen in die Rolle der diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeperson.

Am Tagesablauf der Station sowie an den Untersuchungen, Pflege- und Therapiemaßnahmen ändert sich bei der „Nursing Training Unit“, wie Kärntens erste temporäre Lernstation genannt wird, nichts. Dafür sorgen auch speziell ausgebildete Pflegepädagogen und Praxisanleiter, die sich bewusst im Hintergrund halten.

Praxis auf der Akutgeriatrie hautnah erleben
Beim Projekt Lernstation auf der Akutgeriatrie im Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt, führen die Studierende des 6. Semesters den gesamten Pflegeprozess eigenständig durch. Dieser beinhaltet die Organisation, Betreuung und Pflege von Patienten. „Das Ziel ist es, den Studierenden, die Möglichkeit zu geben die wissenschaftlich theoretisch basierenden Erkenntnisse im pflegerischen Alltag bei uns im Haus mit den ausgebildeten Praxisanleitern umsetzen zu können“, betont die Pflegedirektorin und Projektauftraggeberin am A.ö. Krankenhaus der Elisabethinen Klagenfurt, DGKP Silvia Lueger, MSc.

„Jeder Student betreut vier bis sechs Patienten. Für die Auszubildenden ist es wichtig, einen Überblick über den Gesamtprozess der Patientenversorgung innerhalb unseres Krankenhauses zu erlangen. Um zukünftig weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber am Markt zu bleiben, fordern und fördern wir unsere zukünftigen Kollegen von morgen“, erklärt Pflegedirektorin Silvia Lueger, MSc, die am Ordenskrankenhaus für 200 Mitarbeiter im Bereich der Pflege zuständig ist.

Bestmöglich vorbereitet für den Pflegeberuf
Die Auszubildenden bereiteten sich, unterstützt von den Lehrenden der FH-Kärnten, im Vorfeld auf das Projekt vor. Projektleiterin ist Kathrin Radl, BA, MEd, vom Studienbereich Gesundheit & Soziales, Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege an der Fachhochschule Kärnten. „Studien weisen darauf hin, dass der Übergang von Auszubildenden hin zu Berufsanfängern als stressbehaftet wahrgenommen wird und sie sich häufig nicht ausreichend auf ihre zukünftige Rolle als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen und die damit verbundenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten vorbereitet fühlen“, begründet Kathrin Radl, BA, MEd Kärntens erste Lernstation. Das verweise auf die Notwendigkeit, dass bereits im Rahmen des Studiums Lernsituationen geschaffen werden müssen, die es den Studierenden ermöglicht, den Alltag einer Pflegeperson in seiner Gesamtheit kennenzulernen und, in einem geschützten Rahmen, zu bewältigen.

Wissenschaftliche Begleitung
In regelmäßigen Reflexionsgesprächen und durch die wissenschaftliche Begleitung von Seiten der Fachhochschule, werden die Entwicklungen der Auszubildenden thematisiert. Zusätzlich werden die zukünftigen Bachelorabsolventen in den insgesamt fünf Wochen auf der vorrübergehenden Lernstation aufgefordert ihre Praxiserfahrungen zu reflektieren und evaluieren.

Interdisziplinarität erleben
Auf der ausgewählten Station im Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt, dem Department für Akutgeriatrie, liegen geriatrische Patienten mit einem höheren Lebensalter (in der Regel über 65 Jahre) und unterschiedlichen Grunderkrankungen von Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Diabetes, Demenz und Herzkrankheiten bis hin zu Problematiken an der Wirbelsäule und Traumafolgen (z.B. nach Schenkelhalsbrüchen oder Gelenksersatz)“, erklärt Departmentleiter Oberarzt Dr. Walter Müller, MSc. Der Geriater gibt dem jungen Nachwuchs die Gelegenheit, ganz praxisnah auch mit Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten zusammenzuarbeiten, was in der Regelausbildung so intensiv nicht stattfinden kann.

Neue Wege in der Pflegeausbildung
„Die Lernstation stellt ein neues, innovatives und zukunftsweisendes Instrument im Studium der Pflegeausbildung dar. Angehende Absolventen sammeln hier wertvolle Erfahrungen, die sie später im Berufsalltag praktisch anwenden können. Initiativen wie diese eröffnen zudem neue Perspektiven und es profitieren alle Beteiligten – Studierende, Lehrende, Mitarbeiter des Krankenhauses sowie Patienten“, betont Kärntens Landeshauptmann Stellvertreterin und Gesundheitsreferentin Dr.in Beate Prettner und unterstreicht die Bedeutung der ersten Lernstation Kärntens.

Über das A.ö. Krankenhaus der Elisabethinen
Das 1710 gegründete a.ö. Krankenhaus der Elisabethinen Klagenfurt hat heute rund 150 Betten und betreut im Jahr rund 7.500 stationäre Patienten. Die medizinischen Schwerpunkte des Krankenhauses liegen im Bereich der Orthopädie und Traumatologie, der Inneren Medizin mit Rheumatologie und dem angeschlossenen Department für Akutgeriatrie und Remobilisation. Ein besonderer Schwerpunkt ist die chirurgische und orthopädische Tagesklinik, die von den Patienten sehr gut angenommen wird.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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