AT: Pflegereform: Kärnten ruft zu rascher gemeinsamer Umsetzung auf

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LHStv.in Prettner: Pflege-Milliarde gibt Pflege neue Perspektive – Kärntner Maßnahmenpaket schon im September – Weitere Verbesserungen im bundesweiten Schulterschluss

„Gut Ding braucht Weile und einen sehr langen Atem: In den vergangenen Jahren haben alle Gesundheitsminister eine Pflegereform versprochen. Jetzt endlich sollen aus den Ankündigungen Taten werden. Damit geben wir dem Pflegewesen – das heißt den Pflegekräften, den zu Pflegenden und den Angehörigen – neue Perspektiven“, betont Kärntens Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Donnerstag, in einer ersten Reaktion auf die Pflegereform-Maßnahmen der Bundesregierung.

Prettner selbst wurde heute früh, kurz vor der Pressekonferenz der Bundesregierung, über die Eckpunkte der Reform informiert. „Die Eckpunkte sind vielversprechend. Vor allem, weil sie auf vielen Ebenen ansetzen: Ob Pflegegehälter, Ausbildung, Pflegebetreuung, Pflegegeld – es geht tatsächlich darum, viele unterschiedliche Maßnahmen auf den Weg zu bringen“, so Prettner. Welche Auswirkungen die bundesweite Reform auf die Kärntner Pflegeoffensive (Ausbildungsprämie für alle, Anstellungsverhältnis für Pflegefachassistenz, Senkung der Selbstbehalte um ein Drittel etc.) haben wird, werde man erst sehen, wenn die Pflegereform tatsächlich in Gesetze gegossen wurde. „Sicher ist, dass wir jedenfalls an unseren Maßnahmen festhalten und diese mit September umsetzen werden“, verspricht Prettner. „Vielleicht können unsere Maßnahmen aber schon im Herbst weiter aufgestockt werden.“

Erfreut zeigt sich die Gesundheitsreferentin über die Möglichkeit, über den Kollektivvertrag höhere Gehälter für Pflegekräfte auszahlen zu können: „Das wird dem Pflegeberuf einen deutlichen Aufschwung geben. Verbunden mit Ausbildungsprämien wird diese Offensive zahlreiche Menschen motivieren, sich in einem Pflegeberuf ausbilden zu lassen. Genau das ist der Dreh- und Angelpunkt, um ein Pflegwesen wirklich gut, sicher und liebevoll zu machen“, ist Prettner überzeugt.

Als weitere wesentliche Maßnahme ortet Prettner die längst überfällige Anhebung des Pflegegeldes – „der Wermutstropfen ist, dass diese Anhebung auf Demenzpatienten beschränkt ist. Die Anhebung müsste für alle gelten“, so Prettner. „Wir bieten so viele Pflegeleistungen an. Doch was nützen noch so viele und noch so gute Angebote, wenn man sich diese nicht leisten kann? Daher senkt Kärnten in einem großen Schritt die Selbstbehalte für Mobile Dienste um 33,3 Prozent“, sagt Prettner. Die nunmehr bundesweit angekündigte Anhebung des Pflegegeldes zumindest für Demenzpatienten werde ein ganz zentraler und wichtiger Punkt der Pflegereform sein, damit sich die pflegebedürftigen Menschen alle notwendigen Angebote auch ohne Abstriche finanzieren können. „Das sollte aber für alle Pflegebedürftigen gelten.“

Prettner geht davon aus, dass der heutigen Pflegereform-Präsentation „so schnell wie möglich konkrete Taten folgen werden. Wir sind in Kärnten jedenfalls bereit, die Maßnahmen auf Schiene zu bringen“, versichert sie.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)