AT: Pflegeenquete: Stöger will Pflegesystem weiterentwickeln

Sozialminister für konsequente Umsetzung der Demenzstrategie und weitere Verbesserungen in der Hospiz und Palliativversorgung

(C) BMASK

Wien (OTS) – Das österreichische Pflegevorsorgesystem ist ein internationales Erfolgsmodell. Derzeit werden rund 450.000 Menschen durch das Pflegegeld unterstützt. „Wir haben unser Pflegesystem laufend ausgebaut und durch die Reformen in den vergangenen Jahren die Finanzierbarkeit und damit die Stabilität der Pflege in Österreich gesichert“, betont Sozialminister Alois Stöger im Rahmen der heutigen parlamentarischen Enquete zur Zukunft der Pflege. „Unser Pflegesystem wirkt. Darauf können wir stolz sein, aber wir dürfen uns darauf nicht ausruhen. Wir müssen unser System zukunftsfit machen, um alle Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen auch weiterhin bestmöglich unterstützen zu können“, so Stöger weiter.

Herausforderungen sieht der Sozialminister insbesondere im Umgang mit Demenz und auch im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung. „Wir haben mit der Entwicklung der Demenzstrategie und dem Aufbau des Hospiz- und Palliativforums erste Schritte gesetzt. Das war erst der Anfang. Wir müssen hier konsequent weiterarbeiten, um spürbare Verbesserungen auch in diesen Bereichen zu erzielen“, erklärt Stöger. Besonders hebt Stöger auch die zusätzliche Bereitstellung von 18 Millionen Euro jährlich für Hospiz und Palliativdienste als „Beitrag zur Sicherung der Würde der Menschen im Alter“ hervor. Darüber hinaus wurde im Rahmen der letztjährigen Finanzausgleichsverhandlungen der Pflegefonds verlängert, ab dem Jahr 2018 höher dotiert und zusätzliche qualitative Weiterentwicklungen im Bereich der Versorgung mit Dienstleistungen vereinbart.

Augenmerk auf Menschen hinter der Pflege

Rund drei Viertel aller pflegebedürftigen Personen werden zu Hause von ihren Angehörigen betreut und gepflegt. „Die pflegenden Angehörigen sind eine tragende Säule unseres Pflegesystems. Deshalb ist es wichtig und richtig, dass wir auch für diese Personen weitere Unterstützungsangebote schaffen“, so Stöger. Großteils handelt es sich bei den pflegenden Angehörigen um Frauen, die oftmals auch ihre Arbeit aufgeben, um sich um pflegebedürftige Familienmitglieder zu kümmern. Mit der Einführung einer kostenlosen Kranken- und Pensionsversicherung, Zuwendungen zu den Kosten der Ersatzpflege und der Einführung des Pflegekarenzgeldes hat das Sozialministerium bereits Angebote geschaffen, um die Situation der pflegenden Angehörigen nachhaltig zu verbessern.

Zukünftigen Diskussionsbedarf sieht der Sozialminister bei der Valorisierung des Pflegegelds und der, von Bundeskanzler Christian Kern vorgeschlagenen, Abschaffung des Eigenregresses. „Zum Teil verlieren Menschen die pflegebedürftig werden alles, was sie sich in jahrzehntelanger Arbeit aufgebaut und angespart haben. Diese 100 prozentige Erbschaftssteuer bei vielen Pflegebedürftigen ist ungerecht“, so Stöger, der die Enquete als Anstoß für eine neue Auseinandersetzung mit diesem Thema sieht. Abschließend gibt der Sozialminister auch zu bedenken, dass das Pflegegeld seit seiner Einführung rund 25 Prozent an Wert verloren hat. „Das Pflegegeld soll den Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu Hause ermöglichen. Deshalb sollten wir uns intensiv mit der Frage nach einer jährlichen Erhöhung des Pflegegeldes auseinandersetzen, damit es die gesetzlich vorgesehenen Funktionen auch erfüllen kann“, so Stöger.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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