AT: Pflege und Betreuung ist künftig der Wachstumsmarkt im Bereich der Arbeit

Lebensqualität - Hauskrankenpflege
(C) Ingo Bartussek

Universell sind die Anforderungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege. Empathie, Expertise und Erfahrung sind die Grundvoraussetzungen, um den emotionalen, kognitiven und motorischen Herausforderungen in der Betreuung und Pflege von Menschen begegnen zu können.

Längst schon, wenn selbstfahrende Autos unser Straßenbild prägen, wird der Alltag in der Betreuung und Pflege von Menschen weiterhin den Menschen als Gegenüber, im Füreinander und Miteinander brauchen. Künstliche Intelligenz lässt sich nicht gerne von Unplanbarem überraschen oder von Unvorhersehbarem überholen. Es wird Innovationen im technischen Bereich geben, die den Pflege- und Betreuungsalltag weiterhin unterstützen und erleichtern werden oder anders formuliert: uns die Möglichkeit geben, den Menschen zunehmend ein Mensch zu sein und zu bleiben. Jetzt ist gerade noch ein guter Zeitpunkt, im Rahmen der Pflegereform notwendige Impulse zu setzen. Es bleibt zu hoffen, dass der Akzent auf „Wachsen“ als sinn-volle menschliche Weiterentwicklung und nicht auf „Markt“ als Preis-gabe von Würde und Wert liegt.

In Bezug auf pflege- und betreuungsbedürftige Menschen sollen wir uns daran orientieren, wo diese auch in der Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit leben und alt werden wollen und was sie und ihre An- und Zugehörigen dafür an Unterstützung brauchen. Wir sind von Anfang an herausgefordert, in unserem Planen und Überlegen von Maßnahmen auch hineinzuspüren, ob unsere Vermutungen über Betroffenheiten nicht Zumutungen für die Betroffenen sind.

Im Blick auf das Personalthema brauchen wir Rahmenbedingungen, die den aktuellen wie potentiellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beruflich Wachstum ermöglichen, finanziell Sicherheit geben und menschlich Wertschätzung schenken. Im täglichen Miteinander geht es um ein gemeinsames Verständnis von Lebensqualität, wie wir das im Bereich der stationären Versorgung mit dem Nationalen Qualitätszertifikat (NQZ) haben und ständig weiterentwickeln.

In der Finanzierung müssen Modelle entwickelt werden, die den Betroffenen das Gefühl der Belastung nehmen und zu einer deutlichen Entspannung von Gemeindebudgets führen. In der Struktur müssen wir uns die Frage stellen, welche Innen- wie Außenarchitektur bedürfnisorientiert, arbeitssicher und pandemietauglich ist.

In der Politik geht es um einen Diskurs, der sich nicht an Befindlichkeiten der Länder oder Legislaturperioden orientiert, sondern an Bedürfnisrealitäten und Lebensräumen. Das braucht eine Klärung, was Pflege leisten soll und was sich die Politik leisten will. In der Gesellschaft brauchen wir Bildungsansätze, die eine Kultur des Lebens und einen würdevollen Umgang mit Verwundbarkeit und Scheitern entwickeln. Es geht um das Leben, um einen tiefen Grund des füreinander Daseins, ohne dabei mit dem Etikett der Freiheit auf

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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