AT: Pflege: Hilfswerk Österreich begrüßt Reformorientierung der Bundesregierung

(C) Hilfswerk Österreich

Budgetsteigerungen im Pflegebereich schaffen zeitlichen Spielraum für eine Neustrukturierung des heimischen Pflegesystems

Wien (OTS) – Das Hilfswerk Österreich begrüßt die von Bundesminister Hartwig Löger angekündigten Budgetsteigerungen im Bereich Pflege. In seiner Budgetrede vom 21. März 2018 stellte Löger für die Jahre 2018 und 2019 Erhöhungen der Pflegeausgaben um 322,1 Mio. Euro in Aussicht. Besonders erfreut zeigt sich Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, dass die Budgetsteigerung mit einem Bekenntnis zur Stärkung der Pflege zuhause einherging.

„Wenn der Finanzminister, wie angekündigt, etwa die Benachteiligung pflegender Angehöriger beenden und ihre Unterstützung durch mobile Dienste forcieren will, werden wir ihn sehr gerne dabei unterstützen“, sagt Anselm.

Faktum ist: In Österreich werden 84 Prozent aller Bedürftigen zuhause gepflegt – 46 Prozent ausschließlich von Angehörigen (informelle Pflege), 31 Prozent unterstützt von mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten, nur fünf Prozent entscheiden sich für eine 24-Stunden-Betreuung (siehe Grafik: „Versorgungslandschaft Pflege und Betreuung in Österreich“).

Die aufgestockten Budgets können, sofern richtig investiert, aktuelle Engpässe beheben und Raum für´s gemeinsame Nachdenken und eine dringend notwendige Diskussion der „Pflege von morgen“ schaffen. Politik, Verwaltung und Pflegedienste sind gefordert, sich ernsthaft – und ohne parteipolitische Brille – den Kopf zu zerbrechen, wie das österreichische Pflegesystems reformiert werden und angesichts der demografischen Herausforderungen zukunftsfähig aufgestellt werden kann.

„Gemessen an dem, was uns in absehbarer Zeit durch die demografische Entwicklung droht, ist der aktuelle, durch den Wegfall des Pflegeregresses ausgelöste Trend Richtung Pflege im Heim ein volkswirtschaftlicher Sturm im Wasserglas“, so Anselm. Und weiter: „Abgesehen von den Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen der 1950er- und 1960er-Jahre, die zwischen 2030 und 2040 zu einer massiven Herausforderung für das österreichische Pflegesystem werden, steht uns viel früher, nämlich in den nächsten Jahren, bereits eine erste Bewährungsprobe bevor, wenn die Kinder der ebenfalls starken Jahrgänge ab 1939 in jenes Alter vorrücken, in dem in verstärktem Maße mit Pflegebedürftigkeit gerechnet werden muss.“

(C) Hilfswerk Österreich

„Wer den in mehrfacher Hinsicht unerwünschten ,Run‘ auf die Pflegeheime verhindern will, muss jetzt in mobile Angebote investieren, um die Pflege daheim zu stützen und die Verweildauer in stationärer Pflege so kurz wie möglich zu gestalten“, so Anselm abschließend.

ÜBER DAS HILFSWERK ÖSTERREICH

Das Hilfswerk Österreich, eine 1947 gegründete NGO im Bereich Soziales und Gesundheit, ist einer der wichtigsten heimischen Anbieter hochwertiger Pflegedienstleistungen und Marktführer im Bereich mobiler Pflege- und Betreuung in Österreich.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen