AT: Pensionsversicherungsanstalt: 336.198 Personen bezogen in Österreich 2017 Pflegegeld

30. Juni 2018 | News Österreich | 0 Kommentare

Mit dem Pflegegeld jährt sich ein sozialpolitischer Meilenstein zum 25. Mal

Wien (OTS) – Am 1. Juli 1993 kam es in Österreich zu einem sozialpolitischen Meilenstein. Mit der Einführung des Pflegegeldes wurde die Möglichkeit geschaffen, sich die notwendige Betreuung und Hilfe zu sichern, die für pflegebedürftige Menschen entstehen. „Damit ist ein wichtiger Schritt zur Verringerung der finanziellen Herausforderungen, die mit dem Leid einhergehen, sichergestellt. Gleichzeitig ist das Pflegegeld eine entscheidende Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben“, so der Generaldirektor der Pensionsversicherungsanstalt, Dr. Winfried Pinggera.

Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) ist mit der Prüfung und Auszahlung des Pflegegeldes betraut. Im vergangenen Jahr gab es 84.766 Erstanträgen und 86.450 Erhöhungsanträgen. Bei beiden kam es damit zu einem Anstieg gegenüber dem Jahr 2016. Im Falle der Erstanträge um 3,3 Prozent, im Falle der Erhöhungsanträge um 2,9 Prozent. Wie auch schon in den vergangenen Jahren war die Zahl der Anträge bei Frauen höher als bei Männern (Männer 35.038 Erstanträge und 28.044 Erhöhungsanträgen und bei Frauen 49.728 Erstanträge und 58.406 Erhöhungsanträgen). 113.290 aller Anträge wurden zuerkannt. Insgesamt betragen die Auszahlungen der PVA für Pflegegeldbezieherinnen und Pflegegeldbezieher rund 150 Millionen Euro pro Monat.

„Für die Zuerkennung des Antrags reicht ein formlos gestellter Antrag aus. Es ist zwar zweckmäßig diesen bei der zuständigen pensionsauszahlenden Stelle einzubringen, gültig ist es aber auch, wenn der Antrag bei einem anderen Sozialversicherungsträger, einem Gericht oder einem Gemeindeamt eingebracht wird. Der Antrag wird dann an die zuständige Stelle weitergeleitet“, so der Obmann der Pensionsversicherungsanstalt, Manfred Anderle.

Das Ausmaß des Pflegegeldes hängt von der Höhe der anerkannten Pflegestufe ab, die unter Zugrundelegung einer ärztlichen Begutachtung erfolgt. Im vergangenen Jahr bezogen insgesamt 336.198 Personen Pflegegeld. Knapp unter einem Drittel davon beziehen Stufe 1 (91.904), die einen Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden durchschnittlich pro Monat voraussetzt. In der höchsten Stufe 7, bei denen der Pflegebedarf durchschnittlich mehr als 180 Stunden pro Monat ausmachen muss, waren Ende 2017 7.153 Personen eingestuft.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)