AT: Ordensklinikum Linz Barmherzigen Schwestern feiert 30 Jahre Anästhesiologisch Operative Intensivstation

In den Patientenkojen steht modernste Medizintechnik zur Verfügung, menschliche Kompetenz und Nähe ist aber unverzichtbar in der Intensivpflege.

Was weit weg von den Operationssälen mit zwei „operativen Betten“ in einem nur durch Vorhänge abgeschirmten Teilbereich der Internen Intensivstation begann, ist heute zum hochmodernen Betreuungsstützpunkt für Patienten nach operativen  Eingriffen gewachsen. Am 3. April 2019 feiert das Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern den 30. Jahrestag des Entstehens der Anästhesiologisch Operativen Intensivstation.

 

Das aktuell 48-köpfige Team unter der Führung von OA Dr. Wolfgang Sieber und der pflegerischen Leitung durch DGKP  Michael Kurzmann versorgt jährlich zirka 800 Intensivpatienten. Die Station ist als wichtiger Bestandteil im unmittelbaren OP-Umfeld  in die Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin Anästhesiologie und Intensivmedizin Anästhesiologie und Intensivmedizinunter Leitung von Prim. Univ.-Doz. Dr. Thomas Pernerstorfer eingebettet. Die Patienten stammen von verschiedensten Abteilungen, meist nach größeren Operationen oder mit einem hohen Operationsrisiko. Ihr Spektrum reicht vom Kleinkind bis zur in zunehmendem Maße wachsenden Gruppe der alten und sehr alten Menschen, die oft durch Vorerkrankungen oder altersbedingte Einschränkungen besonderen Intensivbetreuungsbedarf haben. Jeder Patient wird in mit modernster Gerätetechnik ausgestatteten Einzelkojen von speziell ausgebildeten Intensivpflegern, Anästhesisten und Intensivmedizinern überwacht und versorgt. Trotz des professionell-technischen Umfelds kann so eine  individuelle und möglichst ruhige Atmosphäre geschaffen werden.

Ganz anders sah es bei der Eröffnung vor 30 Jahren aus: Nichts erinnert heute mehr an eine hallenartige Struktur mit acht Betten, in der Paravents und Vorhänge als einziger Sicht-, Geruchs- und Schallschutz dienten. Mit dem Um- und Neubau 2006 entstanden beide Intensivstationen – operative und interne – im Haus in jenem modernen und ergonomischen Umfeld, welches Patienten und Mitarbeiter heute kennen.

 

Interdisziplinäre Kooperation in der Intensivbetreuung

Neben der Überwachung in der Akutphase nach der Operation, wo bei entsprechend positivem Verlauf nach ein bis zwei Tagen eine Verlegung der  Patienten auf die Bettenstationen erfolgt, gehören aber auch Menschen mit längerem Intensivbetreuungsbedarf  zu den Herausforderungen auf der Station. „Als typisches Querschnittsfach behandeln wir Patienten unterschiedlichster Fachrichtungen in Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Abteilungen. Durch unsere Rolle als onkologisches Schwerpunktspital ist Krebs, meist in fortgeschrittenem Stadium, naturgemäß oft ein Thema auf unserer Station. Aus diesem Feld, aber auch mit nichtonkologischen Diagnosen sind intensivpflichtige Patienten, Schwerkranke, manchmal auch Menschen in ihrer letzten Lebensphase temporär unsere Gäste. Mit der Palliativmedizin stimmen wir uns in solchen Grenzfällen eng ab“, erklärt Wolfgang Sieber. Ergänzend arbeitet das Team aber  auch mit Physiotherapie, Diätologie, Logopädie oder Klinischer Psychologie und Seelsorge zusammen. „Wir sind mit allen relevanten Partnern im Haus gut vernetzt, um unsere Betreuung optimal für die uns anvertrauten Patienten anzubieten. Inmitten von High-Tech-Medizin ist fühlbare Menschlichkeit das zentrale Anliegen für uns alle“, so Bereichsleiter Michael Kurzmann, welcher seit 18 Jahren im Intensivbereich arbeitet und seit 2018 das Pflegeteam der Station führt.

 

Starkes Team und Netzwerke wesentliche Unterstützung

Psychische Begleitung spielt nicht nur für Patienten und Angehörige, sondern auch für das Team in diesem herausfordernden Umfeld eine wichtige Rolle. „Auf der Station betreuen wir Patienten oft in der letzten Lebensphase. Dies bedeutet auch eine intensive Auseinandersetzung mit den persönlichen Werten und Belastungen. Dadurch ist jeder Mitarbeiter individuell gefordert, einen Weg zu finden, mit diesen Herausforderungen gut umzugehen und  möglichst wenig Belastendes mit nach Hause zu nehmen“, sind sich Sieber und Kurzmann einig. Im Ordensklinikum wird daher besonderer Wert auf ein breites Unterstützungsangebot gelegt. Eine längerdauernde, gut betreute Einarbeitungsphase für Neue im Team macht sich trotz des erhöhten organisatorischen Aufwands bezahlt – es gibt kaum Mitarbeiterfluktuation. Bei Bedarf steht die Betriebspsychologin mit Rat und Tat für Einzel- oder Teamcoachings  bereit.  Exzellenter Teamgeist und Zusammenhalt über die Berufsgruppen hinweg zeigen sich auch außerhalb des Arbeitsbereiches beim gemeinsamen Feiern, bei Wander- oder Skiausflügen. Dieses Miteinander im Team hilft, schwierige Situationen gut zu meistern. Und letztendlich steht auch im spirituellen Bereich, von klassischer Seelsorge bis zur gezielten Anwendung von Ritualen oder Entspannungstechniken, ein vielfältiges Angebot für die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  zu Verfügung.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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