AT: OGH verbietet Ernährungstraining

(C) Sebastian Duda

Ernährungswissenschafter für Ernährungsberatung qualifiziert

Wien (OTS) – Gewerbliche individuelle Ernährungsberatung ist zum Schutz der Konsumentengesundheit an Qualifikationskriterien gebunden. Ernährungswissenschafter erfüllen diese gesetzlichen Kriterien, nicht aber „Ernährungstrainer“ oder „Ernährungscoaches“, die nur diverse Kurzlehrgänge absolviert haben.

Der Bedarf an kompetenter Ernährungsinformation und Ernährungsberatung ist groß. Leider sind dabei viele selbsternannte Ernährungsexperten ohne fachliche Qualifikation aktiv, die eine individuelle Einzelberatung in Ernährungsfragen durchaus auch als Schulung getarnt anbieten. Da unqualifizierte Ernährungsberatung massive gesundheitliche Probleme bei Verbrauchern verursachen kann, ist der Qualifikationsvorbehalt laut OGH notwendig.

Der OGH hat jüngst mit Beschluss 4 Ob 222/17a entsprechende gesetzeswidrige Praktiken untersagt. Der Verband der Ernährungswissenschafter hat die Klärung dieser Thematik über einen Schutzverband unter Vertretung von RA Dr. Bernd Roßkothen initiiert. Nachdem der OGH bereits in der Entscheidung   4 Ob 61/14w klargestellt hatte, dass Ernährungsberatung über § 119 GewO als Gesundheitsgewerbe reglementiert ist und ausdrücklich nicht von unqualifizierten Branchen wie Energetikern erbracht werden darf, wurden nun auch die vermeintlichen Auswegrouten über „Ernährungstraining“ und „Einzelschulung“ geschlossen.

Ernährungsberater müssen in der Lage sein, etwaige Krankheiten im Vorfeld zu erkennen, die einer Beratung entgegenstehen bzw. abgeklärt werden müssen. Diese gesetzlichen Schutzkriterien erfüllen Ernährungswissenschafter durch ihre umfassende multidisziplinäre Ausbildung.

Qualitätsgesicherte qualifizierte ernährungswissenschaftliche Beratung erkennen Sie zukünftig am VEÖ-Siegel (https://www.veoe.org/mitglieder/qualifizierungsprogramm/).

Gegen Ausbildungsinstitute, die nicht selten zu hohen Preisen ernährungsbezogene Kurse mit der verschleierten Hoffnung auf künftige Tätigkeit als Ernährungsberater anbieten, hat der OGH bereits in der Entscheidung 9 Ob 64/04h eine umfassende Haftung ausgesprochen.

Weitere Informationen: Siehe VEÖ Arbeitskreis Recht (www.veoe.org/ueberveoe/arbeitskreise/showDocuments/recht)

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen