AT: ÖGKV Offener Brief: Der Pflegebonus muss dringend angepasst werden.

25. November 2022 | News Österreich

Dieser offene Brief wurde am 23.11.2022 an alle Landeshauptleute versendet.

Der ÖGKV hat bereits mehrere Stellungnahmen zu der Pflegereform 2022 abgegeben. Wir erkennen den Willen der Bundesregierung an, Verbesserungen in den Pflege- und Betreuungsberufen herbeizuführen. Leider scheitert es häufig an der Umsetzung bzw. den Details.

Das zeigt sich auch jetzt beim groß angekündigten „15. Gehalt“. Dies wurde nach langem Warten bereits medial auf € 2000 verkürzt. Davon bleiben nach Abzug aller Abgaben deutlich unter € 1000 übrig, d.h. der Bund holt sich mehr als die Hälfte zurück. Die Kolleg*innen sind zurecht wütend.

Zudem ist das Entgelterhöhungs-Zweckzuschussgesetz (EEZG) deutlich zu eng gefasst. Die Pflege ist Teil eines multiprofessionellen Teams, welches gemeinsam die Versorgung der Bevölkerung unter zum Teil widrigen Umständen aufrechterhält. Auch Pflegepersonen beim im Strafvollzug, beim Bundesheer oder freiberuflich Tätige sind von der Entgelterhöhung nicht erfasst. Diese wurden bei dieser Erhöhung, wie leider bereits viel zu oft, nicht berücksichtigt.

Wir fordern daher eine „Reparatur“ des Gesetzes – Befreiung der Entgelterhöhung von allen Abgaben und Ausdehnung auf alle an der Pflege und Betreuung beteiligten Personen!

Es ist schön und lohnenswert in der Pflege zu arbeiten – dafür müssen jedoch auch die Rahmenbedingungen passen. Das Gehalt ist dabei ein Aspekt. Für weitere Entwicklungen und Veränderungen stehen wir gerne mit unserer Expertise zur Verfügung.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)