AT: NÖ Altersalmanach: Neue Prognosen im Pflege- und Betreuungsbereich präsentiert

LR Teschl-Hofmeister: Steigender Bedarf an Pflege braucht gute Rahmenbedingungen

St. Pölten (OTS/NLK) – Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister stellte heute im Rahmen einer Pressekonferenz in St. Pölten gemeinsam mit Universitätsprofessor Franz Kolland die Neuauflage des NÖ Altersalmanachs und Prognosen für eine zukunftsorientierte Planung im Pflege- und Betreuungssektor vor.

„Die Anzahl der Menschen, die über 60 Jahre alt ist, wächst“, sagte Landesrätin Teschl-Hofmeister. „Damit das Bundesland Niederösterreich diesen steigenden Bedarf abdecken kann, müssen wir uns rechtzeitig um gute Rahmenbedingungen kümmern“, betonte sie. In diesem Zusammenhang habe die Landesregierung im vergangenen Jahr Mittel in der Höhe von 600 Millionen Euro freigestellt. „Das sind 40 Millionen Euro für die 24-Stunden-Betreuung, mehr als 440 Millionen Euro für Pflege- und Betreuungszentren, 105 Millionen Euro für die ambulanten Dienste“, fuhr die Landesrätin fort. Dazu seien noch 2,3 Millionen Euro gekommen, um diplomierte Fachkräfte speziell zu fördern, unterstrich Teschl-Hofmeister.

„Die Abschaffung des Pflegeregresses hat eine erhöhte Nachfrage nach stationären Pflegeplätzen ausgelöst“, hielt die Landesrätin fest. 2016 habe es etwa 3.500 Vormerkungen auf einen Heimplatz gegeben, „2018 sind wir auf 5.160 Vormerkungen gekommen“, so Teschl-Hofmeister. „Man sieht den Trend ganz deutlich. Jeder Antrag führt aber nicht automatisch zu einer Aufnahme“, erinnerte sie. „Trotz der gestiegenen Nachfrage gibt es in den meisten Fällen eine Aufnahme im Wunschbezirk, die vorhandenen Kapazitäten reichen aus“, sagte sie und verwies auf die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen die Landesrätin Respekt, Dank und Anerkennung aussprach.

Das Bundesland Niederösterreich verfolgt einen „integrierten Ansatz“ bei der Pflege, „wir forcieren die mobile Pflege vor der stationären Pflege“, so Teschl-Hofmeister. „Die Menschen wollen laut Umfrage zu Hause betreut werden, das will das Land ermöglichen. Die stationäre Pflege ist immer die finanziell aufwendigste“, unterstrich sie.

Der Altersalmanach rechne für das Bundesland Niederösterreich mit einem Wachstum von sieben Prozent bei der Gesamtbevölkerung im Prognosezeitraum, sagte die Landesrätin. „2017 gab es in Niederösterreich 1,67 Millionen Einwohner und im Jahr 2035 wird unser Bundesland 1,79 Millionen Einwohner verzeichnen. Die Anzahl der Pflegegeldbezieher wird weiter ansteigen. 2006 gab es 77.500 Menschen in Niederösterreich, die Pflegegeld bezogen haben, 2025 wird es bis zu 106.000 Pflegegeldbezieherinnen und Pflegegeldbezieher geben“, informierte Teschl-Hofmeister über die Prognose.

Universitätsprofessor Franz Kolland vom Institut für Soziologie an der Universität Wien sagte: „Die Expertinnen und Experten haben sich nicht nur Bestandsdaten angesehen, es mussten Erkenntnisse gewonnen werden, um feststellen zu können, was sich durch den Entfall des Vermögensregresses verändert hat.“ Der Entfall des Vermögensregresses habe zu einem Mehrbedarf in der Pflege geführt, so der Professor. „Die verschiedenen Formen der Pflege sind wechselwirkende Systeme, es gilt, alle Systeme gleichzeitig im Blick zu haben, was in Niederösterreich besonders gut gelungen ist. In Niederösterreich ist der stationäre Pflegebereich im Vergleich zu anderen Ländern sehr klein“, meinte Kolland.

Weitere Informationen: Büro LR Teschl-Hofmeister, Mag. (FH) Dieter Kraus, Telefon 02742/9005-12655, E-Mail dieter.kraus@noel.gv.at.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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