AT: NÖ Ärztekammer unterstützt die heutige Aktion „5 nach 12“

Protestaktion der Spitalsangestellten für mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und eine Offensive in der Aus- und Weiterbildung

Unter dem Motto „5 nach 12 – Geh Raus und zeig‘ Gesicht“ trafen sich heute, Mittwoch, Spitalsangestellte vor ihren Krankenhäusern, um eine Botschaft an die politischen Stakeholder zu verlesen und so ein sichtbares Zeichen gegen Überbelastung und massiven Personalmangel zu setzen. Dr. Christoph Reisner, MSc, Präsident der NÖ Ärztekammer, unterstützt die Aktion seiner Kolleginnen und Kollegen und meint: „Unser Gesundheits- und Sozialsystem steht nicht erst seit der Pandemie, sondern seit Jahren unter einer massiven Dauerbelastung, über die nicht hinweggesehen werden darf. Die täglichen Aufgaben nicht nur der Ärztinnen und Ärzte, sondern des gesamten Gesundheitspersonals, sind in dieser Form kaum mehr zu bewältigen. Es ist 5 nach 12!“. Dass das Belastungslimit seit langem erreicht ist, hat erst kürzlich eine Umfrage gezeigt, die vom Initiator der heutigen Aktion, der Offensive Gesundheit, durchgeführt wurde.

Vizepräsident und Kurienobmann, OA Dr. Ronald Gallob, steht ebenfalls hinter der Aktion und fordert eine rasche und spürbare Entlastung: „Viele der Angestellten im Gesundheitswesen erleben durch die laufend anwachsenden beruflichen Belastungen sowie die Corona-Pandemie eine deutliche Beeinträchtigung ihrer psychischen Gesundheit. Es darf uns daher nicht wundern, wenn immer mehr Kolleginnen und Kollegen einen Berufswechsel in Betracht ziehen. Damit verschärft sich die ohnehin bereits schwierige Personalsituation weiter. Wir müssen die politischen Akteure wachrütteln und fordern ein rasches Gegensteuern.“

Spürbare Entlastung benötigt drei Schritte

Eine Verbesserung könnte mit drei Schritten erreicht werden: Erstens wird mehr Personal benötigt, das nach einheitlichen und evidenzbasierten Kriterien aufgestockt wird. Zweitens braucht es bessere Arbeitsbedingungen für das gesamte Gesundheitspersonal unter anderem mit modernen Arbeitszeitmodellen, die an die unterschiedlichen Bedürfnisse angepasst werden. Und drittens ist eine Offensive in der Aus- und Weiterbildung gefragt, die durch mehr attraktive Ausbildungsplätze, durch moderne Lehrpläne sowie einen einfachen Zugang zu verpflichtenden Weiterbildungen erreicht werden kann.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)