AT: Nichtraucher schützen – jetzt zählt jede Stimme!

17. September 2018 | News Österreich | 0 Kommentare

Anlässlich des World Lung Day rufen Österreichs Lungenfachärzte zur Unterstützung des Volksbegehrens Don‘t smoke auf

Wien (OTS) – Anlässlich des World Lung Day am 25. September rufen Österreichs Lungenfachärzte* die Bevölkerung auf, das Don‘t Smoke-Volksbegehren der Wiener Ärztekammer (1. – 8. Oktober) zu unterschreiben. Um möglichst viele Menschen zu aktivieren, hat die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) eine österreichweite Plakat-Aktion in den Ordinationen der Lungenfachärzte und in den pneumologischen Abteilungen der Krankenhäuser gestartet. Ziel ist, mithilfe der Plakate auf die Gefahren des Aktiv- und Passivrauchens aufmerksam zu machen und möglichst viele Menschen zu motivieren, mit ihrer Unterschrift beim Don’t Smoke-Volksbegehren für den aktiven Schutz der Nichtraucher einzutreten.

Österreichs Lungenfachärzte haben von Anfang an massiv gegen das Kippen des Rauchverbots in der Gastronomie Stellung bezogen. Rauchverbote in der Gastronomie – so die Lungenexperten – retten nachweislich Menschenleben, dienen der Gesundheit der Menschen und ersparen darüber hinaus dem Gesundheitssystem viel Geld. Die Lungenfachärzte kritisieren die österreichische Bundesregierung daher scharf für die Entscheidung, das Rauchverbot in der Gastronomie nicht einzuführen: Sie habe mit dem Kippen des bereits 2015 beschlossenen Gesetzesvorhabens auf diese vielfältigen positiven Auswirkungen verzichtet; dies sei ein schwerer Fehler mit weitreichenden Konsequenzen für die Menschen in Österreich.

Anlässlich des World Lung Day am 25. September rufen Österreichs Lungenfachärzte erneut zum Unterschreiben des Don’t Smoke-Volksbegehrens auf. Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Schenk, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP): „Eine rauchfreie Gastronomie rettet Menschenleben. So simpel ist das – und auch eindeutig nachgewiesen. Die Bundesregierung ignoriert dies, aus welchen Gründen auch immer, zum Schaden vor allem junger Menschen, denn die sind von den Folgen des Passivrauchs besonders betroffen. Als Lungenfacharzt kann ich daher nur alle Menschen aufrufen, das Don’t Smoke-Volksbegehren zu unterschreiben und auf diesem Weg den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, endlich für den Schutz der Nichtraucher in der Gastronomie zu sorgen.“

Plakat-Aktion der ÖGP informiert in Ordinationen und Krankenhäusern

Um auch in den Ordinationen der Lungenfachärzte und pneumologischen Abteilungen der Krankenhäuser auf die Bedeutung des Volksbegehrens aufmerksam zu machen, hat die ÖGP ein Plakat gestaltet, das über die positiven Auswirkungen eines Rauchverbotes in der Gastronomie informiert: So zeigen internationale Studien, dass durch eine rauchfreie Gastronomie weniger Junge zu rauchen beginnen. Durch die Vermeidung von Passivrauchbelastung von Personal und Gästen ist eine messbare Senkung der Krebsraten zu erzielen. Denn Rauchen verursacht bzw. verstärkt nicht „nur“ Erkrankungen der Atemwege und der Lunge wie chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, COPD, Asthma und Lungenkrebs, sondern auch Herzkreislauferkrankungen bis hin zu Schlaganfall und Herzinfarkt. Und, was vielen Menschen gar nicht bewusst ist, auch eine Reihe weiterer Krebserkrankungen. Schenk: „Neben diversen Krebsformen des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs werden zum Beispiel auch Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, Blasen-, Gebärmutter-, Brust-, Knochenmark- und Dickdarmkrebs durch das Rauchen begünstigt.“

Einer aktuellen deutschen Studie zufolge sind vermeidbare Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung etc. für 37 Prozent aller Krebsfälle verantwortlich. Mehr als die Hälfte davon sind aber auf das Rauchen zurückzuführen.

Kinder vor Passivrauch schützen

ÖGP-Generalsekretär Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht betont, dass „Jahr für Jahr mehr als 1.000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens sterben. Langfristig sind vor allem unsere Kinder betroffen und sie müssen einfach geschützt werden.“ Denn Passivrauchen führt zu erhöhter Säuglingssterblichkeit und wirkt sich besonders dramatisch auf Kinder und Jugendliche aus. Es kommt zu vermehrtem Auftreten von Asthma und Atemwegserkrankungen bis zu bis hin zu einem größeren Diabetesrisiko, Bluthochdruck und zu gehäuftem Auftreten von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.

„Freiheit der Raucher“ fügt anderen Schaden zu

Die vielzitierte „Freiheit der Raucher“ wird von den ÖGP-Experten daher scharf kritisiert. Lamprecht: „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo er anderen Schaden zufügt. Und wenn man an die verheerenden Folgen des Passivrauchens denkt, wird deutlich, dass Raucher anderen Menschen Schaden zufügen.“

Schenk abschließend: „Wir Ärztinnen und Ärzte erleben jeden Tag das enorme Leid, das durch Rauchen ausgelöst wird. Und wir wissen, dass man mit der Einführung des Rauchverbots in der Gastronomie den Menschen viel von diesem Leid ersparen könnte. Wir können nicht verstehen, warum die Regierung bisher alle Warnungen der Wissenschaft in den Wind geschlagen hat. Wir hoffen aber, mit dem Don’t Smoke-Volksbegehren ein Umdenken bei den Regierungsverantwortlichen zu bewirken, und rufen daher die Bevölkerung auf, ein Zeichen zu setzen und zu unterschreiben!“

Alle Informationen zum Volksbegehren unter: dontsmoke.at

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet. Sofern nicht anders vermerkt, gelten alle Bezeichnungen sowohl für Frauen als auch für Männer.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)