AT: Neurodermitis: enorme psychische Belastung

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Neurodermitis führt zu quälendem Juckreiz, mindert Lebensqualität und Leistungsfähigkeit – 14.9.: Europ. Neurodermitis-Tag

Wien (OTS) – Die Zahl der Neurodermitis-Patienten steigt in den letzten Jahrzehnten deutlich an. Damit rücken auch die psychischen und psychosozialen Folgen der Erkrankung immer mehr in den Vordergrund. Die typischen Symptome – sehr trockene Haut, ausgedehnte Ekzeme und quälende Juckreizattacken – wirken sich massiv auf den Alltag der Patienten aus.

Neben der Lebensqualität hat die Neurodermitis auch Einfluss auf die schulische Leistung und die Berufstätigkeit. „Die Juckreiz-Attacken beeinträchtigen auch den Schlaf, was Müdigkeit, Gereiztheit und Verhaltensauffälligkeiten zur Folge hat“, schildert MR Dr. Johannes Neuhofer, Dermatologe und Obmann der Bundesfachgruppe Dermatologie der ÖÄK. Betroffene fühlen sich häufig hilflos, erleben Ängste und Stigmatisierungsgefühle. „Zusätzlich kommt es oft zu Schwierigkeiten im sozialen Umfeld sowie zu Depressionen“, weiß Neuhofer. Häufig leidet nicht nur der Betroffene selbst unter der massiven psychischen Belastung; auch bei Angehörigen und Lebenspartnern kann sich die Erkrankung deutlich auf die Lebensqualität auswirken.

In Studien konnte gezeigt werden, dass die psychische Belastung in erster Linie davon abhängt, wie stark die Symptome der Neurodermitis ausgeprägt sind. Vor allem Menschen, die an einer schweren Form von Neurodermitis leiden, klagen häufiger über ängstliche und depressive Gefühle. Das erste Auftreten und die Dauer der Erkrankung haben hingegen kaum Einfluss auf das Ausmaß der psychischen Belastung. Das heißt: Ein Patient, der erst zu einem späteren Zeitpunkt in seinem Leben an Neurodermitis erkrankt, leidet ähnlich stark an depressiven und ängstlichen Gefühlen wie jemand, der schon in der frühen Kindheit betroffen war.

Die Behandlung von Neurodermitis setzt sich aus einer Vielzahl von Möglichkeiten zusammen, die für jeden Patienten individuell je nach Ausprägung der Erkrankung zusammengestellt wird. Neben der Basispflege, die besonders in beschwerdefreien Intervallen von zentraler Bedeutung ist, bieten interdisziplinäre Schulungen Betroffenen und Angehörigen praktische und alltagstaugliche Hilfestellungen. Bei besonders schweren Formen von Neurodermitis können heutzutage nicht nur die Symptome unterdrückt, sondern auch die Ursachen bekämpft werden.

Markus Golla
Über Markus Golla 3010 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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