AT: Neue Therapie für septischen Schock: Argipressin von Österreich aus für 26 EU-Länder zugelassen

Wien, Donnerstag 13. September 2018 – Eine neue Therapieoption für septischen Schock ist jetzt in 26 europäischen Ländern zugelassen und verfügbar. Sepsis betrifft jährlich weltweit bis zu 30 Millionen Menschen, acht Millionen sterben daran. Der septische Schock ist ein durch eine generalisierte Bakterien-Infektion hervorgerufener Schockzustand und steht in einem Zusammenhang mit hoher Krankheitshäufigkeit und Sterblichkeit sowie langer Invalidität. Die Infektion hat negative Auswirkungen auf die Körpertemperatur, das Herz und die Gefäße. Unter anderem führt eine verschlechterte Mikrozirkulation zu einer Störung der Organdurchblutung, die Atemfrequenz und das Herzzeitvolumen kann gefährlich gesteigert werden, etc.

Argipressin: Von Österreich aus für ganz Europa

Das in Wien ansässige Unternehmen AMOMED erwirkte jetzt von Österreich aus bei einem europaweiten Zulassungsverfahren für 26 Länder Europas die Rechte für die Einführung eines neuen Arzneimittels zur Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems bei septischem Schock. Der Wirkstoff Argipressin1) – auch bekannt als Arginin-Vasopressin oder antidiuretisches Hormon – hat über eine Kontraktion der glatten Muskulatur des Gefäßsystems blutdruckerhöhende und antidiuretische Eigenschaften.

Septischer Schock – Jede Minute zählt!

Bei einem septischen Schock sind die Überlebenschancen maßgeblich davon abhängig, wie schnell eine erfolgreiche Therapie der Infektion als Ursache der Sepsis gestartet wird. Im septischen Schock ist vor allem die Stabilisierung der Herz-Kreislauf-Situation entscheidend. Dabei helfen Vasopressoren, die den Blutdruck erhöhen, um die Organe mit genügend Sauerstoff zu versorgen. In früher Kombination mit dem Katecholamin Noradrenalin als Erst-Linien-Therapie kann Argipressin die Überlebenschancen erhöhen, die Herz-Kreislauf-Funktion besser stabilisieren, die Rate des Nierenversagens reduzieren und die toxischen Effekte von hohen Noradrenalin-Dosen eindämmen, zum Beispiel Arrhythmien, Ischämien oder Schädigungen der Zellen.

Sepsis auf Intensivstationen: Ein verbreitetes und sehr gefährliches Krankheitsbild

Weltweit wird derzeit ein Anstieg der Sepsis-Fälle beobachtet. In den Jahren 2005 bis 2015 wird eine geschätzte Inzidenz von ca. 440 Fällen pro 100.000 Einwohner und Jahr berichtet (Crit Care Clin 2018;34:15-27). 10 bis 20 Prozent der auf Intensivstationen aufgenommenen Sepsis-Patienten entwickeln im Rahmen der Erkrankung Organdysfunktionen mit und ohne Herzkreislaufversagen. Mehr als die Hälfte aller generalisierten Infektionen wird außerhalb des Krankenhauses erworben, wobei am häufigsten die Lunge und der Gastrointestinaltrakt von der Infektion betroffen sind.

Bei der deutschen INESP-Studie wurden 11.883 Patienten an 133 deutschen Intensivstationen untersucht. Diagnostiziert wurde (Sepsis-1-Kriterien) bei 218 Patienten eine schwere Sepsis (Intensivstations-Sterblichkeit 16,7  Prozent, Krankenhaus-Sterblichkeit 34,4  Prozent) und bei 1.285 Fällen ein septischer Schock (Intensivstations-Sterblichkeit 37,3  Prozent, Krankenhaus-Sterblichkeit 43,3  Prozent). Die Punktprävalenz von Patienten mit Sepsis oder septischem Schock an einem bestimmten Tag betrug 17,9  Prozent der Gesamtpopulation an den Intensivstationen. (Intensive Care Med 2016; 42: 1980-1989)

Schwere Sepsis und septischer Schock stehen noch immer mit hoher Morbidität und Mortalität sowie langer Invalidität in einem Zusammenhang und sind eine große Belastung für die betroffenen Menschen und ihre Angehörigen, aber auch für die Gesundheitssysteme. Argipressin hat das Potenzial, die Morbidität und Sterblichkeit zu verringern.

Studienergebnisse zu Argipressin

Dazu einige Studienergebnisse: Im Rahmen der VASST-Studie wurden 800 Patienten mit dokumentiertem septischem Schock, der eine Vasopressor-Therapie über sechs Stunden erforderte, randomisiert mit Argipressin oder Noradrenalin zusätzlich zum Therapiestandard behandelt. Patienten mit moderatem Schock hatten unter der Gabe von Argipressin eine signifikant geringere Mortalität, bei ihnen zeigte sich auch eine signifikante Abnahme der Herzfrequenz gegenüber den mit Noradrenalin behandelten Patienten. Gleichzeitig unterschied sich der Schlagvolums-Index zwischen den Studienarmen nicht.

Eine weitere Analyse der VASST-Studie zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Progression zum Nierenversagen bei Patienten mit entsprechendem Risiko unter Argipressin fast halbiert wurde.

Daten aus der VANISH-Studie, die Argipressin und Noradrenalin innerhalb von sechs Stunden nach der Manifestation eines septischen Schocks verglich, bestätigen diese Ergebnisse. Unter Argipressin kam es seltener zum Auftreten von Nierenversagen (minus 11%), die Argipressin-Gruppe zeigte eine 30-prozentige relative Risikoreduktion bezüglich der Notwendigkeit einer Nierenersatz-Therapie. Außerdem hatte Argipressin einen Katecholamin-sparenden Effekt. (Wien klin Mag; DOI 10.1007/s00740-016-0159-5; ESICM-Kongress, Satellitensymposium von. Amomed Pharma, 4. Oktober 2016, Mailand)

AMOMED unterstützt den Welt-Sepsis-Tag am 13. September

Trotz solcher alarmierender Zahlen ist das Bewusstsein für Sepsis, unabhängig vom Land und Bildungsgrad erstaunlich gering. „AMOMED unterstützt den Welt-Sepsis-Tag, der das Wissen um dieses noch immer weithin unbekannte Syndrom und dessen verhängnisvolle Konsequenzen schärfen soll“, sagt Dr. med. Houman Kamali, medizinischer Leiter des Unternehmens. „Gleichzeitig ist dieser Tag eine Geste der Solidarität und Unterstützung an all jene Millionen Menschen, die ihre geliebten Angehörigen verloren haben oder selbst als Überlebende an den Langzeitfolgen von Sepsis leiden. Sepsis und septischen Schock belegen auf der Rangliste der häufigsten Todesursachen der Welt den Platz 3, nach Herzinfarkt und Schlaganfall. Wir können durch die frühzeitige Diagnose und zeitnahe Behandlung den Ausgang der Sepsis und des septischen Schocks dramatisch verbessern. Unsere neue Therapieoption ermöglicht uns den täglichen Kampf gegen Sepsis und septischen Schock aussichtsreich aufzunehmen.“

Über AMOMED

AMOMED ist ein internationales, privat geführtes Pharmaunternehmen mit Sitz in Wien (A) mit hohem Entwicklungspotential. Die Nähe zur Wissenschaft einerseits und der Praxisbezug andererseits machen das Unternehmen weltweit zum bewährten Partner für Fachärzte, Spezialisten und medizinische Entscheidungsträger.

Das Ziel ist klar, die Position als führender Kompetenzpartner der Intensiv- und Notfallmedizin im Europäischen Markt sicher zu stellen.

Wenn jede Sekunde zählt und das Leben des Patienten unmittelbar bedroht ist, liefert AMOMED, was Ärztinnen und Ärzte am dringendsten brauchen: Medizin im entscheidenden Moment.

1)        Für Fachmedien: Empesin 40 I.E./2 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Markus Golla
Über Markus Golla 3010 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen