AT: Neue Demenzhilfe Kampagne stellt Betroffene in den Mittelpunkt

Fotograf: Christopher Glanzl

Die Volkshilfe stellte heute im Rahmen einer PK ihre neue österreichweite Kampagne zum Thema Demenz vor. Es geht darum, ein Tabuthema zu brechen und Betroffenen Mut zu machen.

Die neue Volkshilfe Kampagne „Gut leben trotz Demenz“ will Mut machen und das, aus der Perspektive der Betroffenen. Bea Gulyn (73) und Andreas Trubel (64) sind nicht nur die Protagonist*innen in einem neuen TV-Spot und in Inseraten, sie leben auch beide mit der Diagnose Demenz. Sie seit 15 Jahren, er seit 2 Jahren.

„Es ist nicht angenehm das zu erleben. Aber es geht nicht alles verloren. Es geht darum, sich darauf zu konzentrieren was man kann und nicht darauf, was man nicht kann. Wir alle altern ja, das kann doch kein Tabu sein!“, betont Bea Gulyn, die als frühere praktische Ärztin noch einmal einen anderen Blick auf ihre Krankheit hat.

Andreas Trubel ergänzt: „Die Diagnose war für mich ein totaler Schock. Ich dachte, jetzt hat das Leben seinen Sinn verloren. Es hat viele Gespräche gebraucht, bis ich verstanden hab, es geht mir eigentlich gut. Es ist nichts passiert von den furchtbaren Dingen, den Vorurteilen, die in meinem Kopf waren. Das schlimmste ist die Angst und die Unwissenheit, nicht die Krankheit.“

Bea Gulyn und Andreas Trubel nutzen beide die Selbsthilfegruppe PROMENZ. PROMENZ-Geschäftsführer Raphael Schönborn freut sich über die Zusammenarbeit bei der neuen Kampagne: „Wir brauchen lebensbejahende und ermutigende Bilder für ein gutes Leben trotz Demenz. Deshalb unterstützen unsere Botschafter*innen die Kampagne der Volkshilfe.“

Neue Informations-Plattform www.demenz-hilfe.at

Die Volkshilfe will allen Betroffenen Mut machen. Auf der neuen Online-Plattform www.demenz-hilfe.at gibt es daher ausführliche Informationen, Tipps und nützliche Kontakte für Betroffene und Angehörige. Außerdem gibt es auf der Web-Seite auch die Möglichkeit um finanzielle Unterstützung anzusuchen.

Der Demenzhilfe Fonds, eine in Österreich einzigartige finanzielle Leistung

Etwa 130.000 Menschen sind in Österreich an Demenz erkrankt – das ist ein Drittel aller BezieherInnen von Pflegegeld. Bei der Einstufung zum Pflegegeld liegt der Schwerpunkt auf physischen Aspekten, psychische Erkrankungen sind hingegen nicht ausreichend berücksichtigt. Durch den Demenzzuschlag – 25 Stunden erhöhter Pflegebedarf pro Monat – kann der meist hohe Betreuungsaufwand oft nicht gedeckt werden. Hier hilft der Demenzhilfe Fonds der Volkshilfe.

„Finanziell benachteiligte Menschen können sich die notwendige Unterstützung und Beratung oft nicht leisten. In solchen Fällen hilft die Volkshilfe finanziell.“ erklärt Ewald Sacher, Präsident der Volkshilfe Österreich.

„Mit dieser Unterstützung können Betreuungsstunden, ein Gedächtnistraining, Urlaubspflege oder spezieller Pflegebedarf finanziert werden. Dieses Angebot ist einmalig in Österreich. Leider wissen viel zu wenige Menschen, dass es diese Unterstützung gibt. Das wollen wir gerne ändern.“ ergänzt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.

Seit dem Start des Fonds im Jahre 2012 konnten 1128 Menschen finanziell unterstützt werden. Ein Ansuchen um Unterstützung kann einmal pro Jahr gestellt werden. Weitere Informationen zum „Fonds Demenzhilfe“ gibt es unter der Telefonnummer 01/402 62 09 oder auf www.demenz-hilfe.at

Karin Eder
Über Karin Eder 604 Artikel
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Demenzberaterin, Direktorin im Haus Hetzendorf, Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

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