AT: Nachsorge-Sommercamps für krebskranke Kinder und Jugendliche starten

Fotocredit:ÖKKH/Sonneninsel/Mayer

Rund 85 Prozent der Kinder mit einer Krebsdiagnose in Österreich überleben heutzutage glücklicherweise ihre schwere Erkrankung. Um wieder Lebensmut zu tanken und den Austausch mit anderen betroffenen Kindern und Jugendlichen zu fördern, bieten die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe und die Sonneninsel im kommenden Sommer wieder Nachsorge-Insel-Camps an.

„Nach dem Ende der Behandlung ist der Krebs geheilt, aber die Seele ist oft noch ‚mittendrin‘.“ So Nikoletta Zambelis, geschäftsführende Beraterin der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe. „Mit den Insel-Camps wollen wir den Kindern und Jugendlichen den Schritt zurück in die Normalität und den Alltag erleichtern und ihr Selbstbewusstsein stärken.

Das Angebot der Insel-Camps richtet sich ganz nach den Bedürfnissen der Betroffenen und wurde von der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe in Kooperation mit der Sonneninsel Seekirchen organisiert. Bei den insgesamt fünf Insel-Camps gibt es inhaltlich unterschiedliche Schwerpunkte. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Rituale, in- und Outdooraktivitäten, Gesprächs- und Reflexionsrunden, Rollen- und Gruppenspiele, Themenworkshops sowie vielfältige kreative Aktivitäten, bei denen die Kinder und Jugendlichen unter professioneller Betreuung ihre Krebserkrankung und deren Folgen aufarbeiten können.

Die Vernetzung und der Austausch mit betroffenen Gleichaltrigen ist ein weiterer wertvoller Aspekt der Camps. Es hilft, mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen, die Ähnliches erlebt haben. Neue Freundschaften werden geschlossen und belastende Erfahrungen aus der Vergangenheit aufgearbeitet.

Aber auch Geschwisterkinder sind bei den Camps herzlich willkommen, denn wenn ein Kind an Krebs erkrankt, betrifft dies die gesamte Familie. Der Familienalltag verändert sich und findet zwischen Krankenhaus und Fremdbetreuung statt. Nicht selten müssen Geschwisterkinder auch ihre Bedürfnisse in dieser Zeit zurückstecken. Beim Nachsorge-Camp können sich die Kinder mit anderen austauschen, über ihre Ängste und Sorgen sprechen und eine unbeschwerte Zeit genießen.

Warum Nachsorge so wichtig ist

Ehemals an Krebs erkrankte Jugendliche haben z.B. oft großen Unterstützungsbedarf bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven (Ausbildung und Beruf). Ursprüngliche Pläne und Berufsvorstellungen müssen aufgrund der Erkrankung und deren Spätfolgen häufig aufgegeben werden. Dieser Thematik widmet sich beispielsweise ein Camp.

Ziel der therapeutischen Arbeit ist, die Kinder und Jugendlichen außerhalb ihrer Patientenrolle zu stärken. Sie lernen wieder, sich selbst wahrzunehmen, Vertrauen in ihren Körper zu gewinnen und selbstbestimmt zu handeln.

Über die Nachsorge-Insel-Camps

Die Nachsorge-Insel-Camps wurden von ÖKKH und Sonneninsel gemeinsam konzipiert und umgesetzt. Das Nachsorgeangebot (Camps) richtet sich an ehemals an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche von neun bis 18 Jahren. Wichtig: Die Nachsorge-Insel-Camps sind für die Kinder und Jugendlichen kostenlos.

Infos zu den Nachsorge-Camps: https://www.kinderkrebshilfe.at

Über die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe

Die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe setzt sich seit 1988 für die Bedürfnisse an Krebs erkrankter Kinder und Jugendlicher sowie ihrer Familien ein. Als Verband der sechs regionalen Landesvereine legt die Organisation ihren Hauptfokus auf die psychosoziale Nachsorge ehemaliger PatientInnen, die mit Folgen der Erkrankung und Behandlung leben müssen.

Über die Sonneninsel

Die Sonneninsel Seekirchen bei Salzburg ist ein psychosoziales Nachsorgezentrum für (ehemals) von Krebs oder einer anderen chronischen Krankheit betroffenen Kinder, Jugendliche und deren Familien. Der Aufenthalt ist für die Familien kostenlos und wird durch Spenden finanziert. Das Nachsorgezentrum arbeitet länderübergreifend und Familien aus Österreich, Deutschland und Südtirol kommen auf die Sonneninsel zur Erholung.

Weitere Informationen: www.sonneninsel.at

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)