AT: Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Gesundheit: Licht für die Welt fordert Zustimmung zur WHO-Resolution

Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation: Resolution zu inklusiver Gesundheit und neue Ziele zu Augengesundheit auf der Tagesordnung

(C) Halfpoint

Bei der diesjährigen Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll eine Resolution zu Gesundheit und Behinderung verabschiedet werden. Sie ist ein internationaler Meilenstein am Weg zu inklusiven Gesundheitssystemen sagt Rupert Roniger, Geschäftsführer von Licht für die Welt international: „Die Resolution erkennt an, dass Menschen mit Behinderungen das Recht auf bestmögliche Gesundheitsversorgung haben. Derzeit gibt es viele Hindernisse, warum dieses Recht nicht für alle Menschen verwirklicht ist. Wir fordern die Staaten auf, diese endlich aus dem Weg zu räumen.

Die Resolution „Das Recht auf das höchste erreichbare Maß an Gesundheit“ enthält die Forderung nach einem globalen Aktionsplan für die Umsetzung des Rechts auf inklusive Gesundheit. Der jüngste Weltbericht zu Behinderung ist zehn Jahre alt, die darin enthaltenen Daten sind veraltet und müssen aktualisiert werden.

Augengesundheit im Fokus

Die Jahresversammlung verabschiedet auch zwei Ziele für Augengesundheit, um Fehlsichtigkeit und Blindheit weiter zu reduzieren.
Bis 2030 soll es weltweit einen Anstieg von 30 Prozent im Zugang zu Operationen am Grauen Star geben. Derzeit leiden 100 Millionen wegen Grauem Star an Sehverlust, obwohl er mit einer kurzen Operation behoben werden könnte. Und bis 2030 sollen die Behandlungen von an Fehlsichtigkeit Erkranten um 40 Prozent steigen. Aktuell bekommen 671 Millionen Menschen, die kurz- oder weitsichtig sind, keine Behandlung in Form einer Brille, von Kontaktlinsen oder einer Operation. Die WHO setzt sich auch zum Ziel, weltweit einen gleichen und qualitativen Zugang zu augenmedizinischer Gesundheit für alle zu ermöglichen.

Barrieren in Gesundheitssystemen

Armut ist der Hauptgrund, warum Menschen mit Behinderungen keine oder schlechte Gesundheitsversorgung erhalten. Die WHO hat errechnet, dass sich etwa die Hälfte aller Menschen mit Behinderungen keine Gesundheitsversorgung leisten kann, verglichen mit einem Drittel der Menschen ohne Behinderungen. Das Fehlen von barrierefreien Informationen, nicht zugängliche Gebäude, Geräte oder Dienstleistungen sind neben unzureichend geschultem Personal unüberwindbare Hindernisse für inklusive Gesundheit. 15 Prozent der Weltbevölkerung leben mit zumindest einer Behinderung, 80 Prozent davon in Ländern mit niedrigem Einkommen.

Gesundheitsversorgung für alle

Licht für die Welt arbeitet intensiv mit der WHO zusammen, damit Gesundheitsversorgung allen Menschen zur Verfügung steht. Mit technischer Expertise von Licht für die Welt und finanzieller Unterstützung der WHO, werden nationale GesundheitsexpertInnen beraten und geschult. Ziel ist eine inklusive Gesundheitsversorgung für alle Menschen. Die Schwerpunkte der Kooperation liegen auf Augengesundheit und Rehabilitation.

WHO Jahresversammlung vom 24. Mai bis 1. Juni

Die WHO hält von 24. Mai bis 1. Juni ihre Jahresversammlung (World Health Assembly) in Genf beziehungsweise virtuell ab. Bei der Jahrestagung werden sowohl inhaltliche als auch finanzielle Weichen gestellt.

Weitere Informationen:
Licht für die Welt Briefing: Gleicher Zugang ohne Diskriminierung – Das Recht auf inklusive Gesundheit

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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