AT: LH Platter: „Strategie der niederschwelligen Impfangebote wird in Tirol ausgebaut“

(C) Land Tirol

Mit der österreichweit zweitniedrigsten Inzidenz von derzeit 2,9 entwickelt sich die Corona-Situation in Tirol derzeit erfreulich. „Ein kollektives Aufatmen“ ist im Land zu spüren, wie LH Günther Platter im Rahmen der heutigen, Dienstag, Pressekonferenz betonte. Gemeinsam mit LHStvin Ingrid Felipe, Gesundheitslandesrätin Annette Leja, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser, Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl und Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf wurde einmal mehr appelliert, die Möglichkeit einer Covid-Impfung in Tirol zu nutzen. Denn: „Während in Tirol insgessamt bereits über 700.000 ‚Stiche‘ gesetzt wurden und damit derzeit rund 291.000 Personen als vollimmunisiert gelten, haben zahlreiche Menschen in Tirol noch keine Erstimpfung erhalten und stehen dem Coronavirus ungeschützt gegenüber. Das kann schwere Krankheitsverläufe oder gar einen Intensivaufenthalt mit sich bringen. Dennoch sind wir derzeit auf einem guten Weg und erleben ein Stück der lang ersehnten Normalität.“ Die Impfungen gelten dabei für LH Platter weiterhin „als Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie“. Der vergangene Impf-Sonntag mit 13.000 durchgeführten Erstimpfungen gelte als Erfolg: „50 Prozent aller Geimpften waren Personen unter 30 Jahren. Wir haben viele Menschen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten und -bereiche erreichen können, die wir in der Form bislang eben nicht erreichten. Für uns ist daher klar: Die aktuelle Strategie wird fortgesetzt und ausgebaut. Jetzt geht es darum, das Impfangebot so niederschwellig, unkompliziert und unbürokratisch wie möglich zu gestalten“, sagt LH Platter.

Impfstrategie: Angebote am Donnerstag, Freitag und Sonntag

Konkret wird es in den kommenden Tagen folgende Angebote für Erstimpfungen geben – dabei wird auch das Impfzentrum im Schwaz (SZentrum) wieder seine Türen öffnen:

  • Donnerstag, 8. Juli: Impf-Abend (17 bis 20 Uhr; Ausnahme: Impfzentrum Kufstein geschlossen)
  • Freitag, 9. Juli: Impf-Tag nach dem Schulschluss (12 bis 20 Uhr; Ausnahme: Impfzentrum Kufstein geschlossen)
  • Sonntag, 11. Juli: Impf-Sonntag (9 bis 18 Uhr; Ausnahmen: Impfzentrum Kitzbühel geschlossen; Öffnungszeiten Impfzentrum Lienz: 11 bis 18 Uhr)

Dabei haben Impfbereite ab 12 Jahren wieder die Möglichkeit, ohne vorherige Anmeldung ihre erste Covid-Teilschutzimpfung zu erhalten (Ausnahme Johnson & Johnson, da bei diesem Impfstoff nur eine Impfung benötigt wird). Zur Verfügung stehen die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer (für 12- bis 18-Jährige steht ausschließlich dieser Impfstoff zur Verfügung), Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson – jeweils solange der Vorrat reicht.

Informationen stehen in Kürze unter www.tirol.gv.at zur Verfügung.

Mobile Impfbusse und (neue) Impfzentren-Standorte

„Mit diesen Aktionen wollen wir noch rechtszeitig zum Schulschluss in Sachen Impfen mehrere Gänge nach oben schalten. Es hat sich gezeigt, dass es noch viele Menschen gibt, für die ein so niederschwelliges Angebot Voraussetzung ist, sich für eine Impfung zu entscheiden. Hier setzen wir weiter an“, sagt LRin Leja und verweist darauf, dass die Konzepte weiter ausgearbeitet werden – auch in Richtung langfristigem Einsatz mobiler Impfbusse sowie der kontinuierlichen Öffnung der Impfzentren für Impfungen ohne Anmeldung. Auch die Standorte der Impfzentren befinden sich in Prüfung: Das Impfzentrum Imst wird jedenfalls bis Ende des Jahres aufrecht bleiben, das Impfzentrum Haiming wurde bereits nach Imst überführt. Die Impfzentren Telfs, Reutte, Landeck und Kitzbühel werden bei Bedarf geöffnet, neu hinzu kommt die bedarfsorientierte Öffnungsmöglichkeit im Impfzentrum Schwaz (SZentrum). Die Impfzentren Kundl und Kufstein werden voraussichtlich mit Spätsommer im neuen Impfzentrum in Wörgl zusammengeführt. Für die Impfzentren Innsbruck und Lienz werden derzeit Gespräche hinsichtlich neuer Standorte geführt.

Dass die Impfungen weiterhin vorangetrieben werden müssen, betonte auch LHStvin Felipe: „Ich danke allen, die sich bislang für eine Impfung entschieden haben. Der vergangene Sonntag zeigt: Die Bereitschaft für Covid-Impfungen ist groß. Auch in anderen Bundesländer finden solche Aktionen nun Anwendung und so ist es richtig und wichtig, dass wir niederschwellige und dezentrale Angebote auch in Tirol fortsetzen und ausweiten. Vor allem als Vorbereitung auf den Herbst und Winter. Wer sich impfen lässt, schützt sich selbst und all seine Mitmenschen.“

Kostenlose PCR-Testungen – vor allem nach Rückkehr aus Spanien (inkl. Balearen) und Portugal

Im Zusammenhang mit der Bedeutung des Schutzes vor einer Coronavirus-Infektion verweist LH Platter beispielhaft auf die gestern acht verzeichneten Neuinfektionen, die hauptsächlich auf ReiserückkehrerInnen zurückzuführen sind. Auf Initiative der Gesundheitslandesrätin werden kostenlose PCR-Testmöglichkeiten für solche angeboten. „Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer sind aufgerufen, sich umgehend nach Heimreise und nochmals fünf bis längstens zehn Tage später per PCR-Test auf das Coronavirus testen zu lassen. Ich appelliere eindringlich an die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein jeder und jedes Einzelnen, die positive Entwicklung in Tirol nicht zu gefährden. Die PCR-Tests können unkompliziert und zeitlich flexibel in Anspruch genommen werden. Sie helfen maßgeblich dabei, mögliche Virus-Infektionen samt Mutation gesichert und schnellstmöglich ohne Zeitverlust zu entdecken“, sagt LRin Leja. Grundsätzlich steht das Angebot allen ReiserückkehrerInnen offen, gelte derzeit jedoch vor allem Personen, die sich in Spanien (inkl. der Balearen) und Portugal aufgehalten haben.

Über www.tiroltestet.at können sich ReiserückkehrerInnen ab sofort zum kostenlosen PCR-Test an der Teststation in ihrer Nähe anmelden. Wie bisher erhalten Angemeldete einen Bar-Code, der an der Screeningstation bei Einfahrt vorgewiesen werden muss.

Weitere Statements

Erwin Zangerl, Präsident der Arbeiterkammer: „Unser Ziel war es immer, die Auswirkungen der Pandemie so gering wie möglich zu halten. Dafür haben wir viele Maßnahmen gesetzt – beispielsweise Unterstützungsfonds. Nun sind wir in einer Phase, in der jede und jeder Einzelne mithelfen muss, damit wir die Auswirkungen der Pandemie so gering wie möglich halten. Am besten ist es, wenn wir das Virus gemeinsam besiegen. Daher meine Bitte: Lasst euch impfen.“

Christoph Walser, Präsident der Wirtschaftskammer: „Auch für uns ist es wichtig, so schnell wie möglich die Pandemie zu beenden. Die Covid-Impfungen sind dabei zentral und haben in den letzten Wochen massiv an Fahrt aufgenommen. Wir werden auch weiterhin das betriebliche Impfen anbieten. Das ist auch für den Herbst wichtig, wenn es zu Auffrischungsimpfungen kommt und bietet Sicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Betriebe und die Wirtschaft. Die aktuellen Inzidenzwerte sind ein gutes Signal. Dennoch heißt es jetzt für jene, die bis jetzt noch nicht geimpft sind: Geht’s impfen.“

Ernst Schöpf, Gemeindeverbandspräsident: „Nach sechs Monaten sind wir nach Phasen der Skepsis und Unmut nun in einer Phase, in der der Impfstoff ausgewählt und ohne Anmeldung geimpft werden kann. Jetzt gibt es keine Ausrede mehr – mein Appell an alle: Bitte nehmt das Angebot wahr. Die Impfung gibt uns jene Sicherheit, die wir uns alle wünschen – auch im Hinblick auf die kommenden Monate. Wir werden als Gemeinden jedenfalls mit unseren Infrastrukturen weiterhin zur Verfügung stehen.“

Philip Wohlgemuth, Landesvorsitzender des Österreichischen Gewerkschaftsbunds Tirol: „Der ÖGB hat schon am Anfang des Jahres empfohlen, Impfangebote wahrzunehmen – nur so ist eine rasche Rückkehr zur Normalität mit gesicherten Arbeitsplätzen und guter Gesundheitsversorgung für alle möglich. In diesem Sinne unterstützt der ÖGB Tirol das niederschwellige Impfangebot des Landes Tirol, wonach eine zweite Impfaktion für alle ohne Voranmeldung ermöglicht werden soll. Gerade in Bezug auf die Corona-Schutzimpfungen herrscht nach wie vor große Unsicherheit. Neben einem leicht zugänglichen und flächendeckenden Angebot benötigt es daher gute Aufklärung und umfassende Information für all jene, die noch Respekt vor einer Impfung haben. In jedem Fall muss jeder und jedem freigestellt sein, ob er oder sie sich impfen lassen will, oder nicht. Eine Impfpflicht wird daher von uns in jedem Fall abgelehnt.“

Kurzmeldungen aus der Regierungssitzung

amg tirol: Auf Antrag von Arbeitslandesrätin Beate Palfrader werden 250.000 Euro bereitgestellt, um die Koordinationstätigkeit der Tiroler Arbeitsmarktförderungsgesellschaft mbH (amg tirol) auch künftig zu sichern und zu stärken. „Vor allem jetzt, da es gilt, den Arbeitsmarkt in unserem Land wieder anzukurbeln und bestehende Probleme zu lösen, ist die amg tirol ein wichtiger Partner. Die Konjunkturoffensive 2021 sieht eine Reihe von Maßnahmen zur Bewältigung der negativen Auswirkungen der Pandemie vor. Zudem sollen im Rahmen der Arbeitsmarktstrategie Tirol 2030, in deren Ausarbeitung und Umsetzung alle relevanten arbeitsmarktpolitischen Akteure eingebunden werden, Handlungsfelder und mittelfristige strategische Ziele festgelegt werden“, erklärt LRin Palfrader.

Sportförderung: Rund 590.000 Euro werden auf Antrag von Sportreferent LHStv Josef Geisler an 37 Empfänger zur Förderung des Sportstättenausbaus bereitgestellt. Von der Sanierung einer Beregnungsanlage über die Modernisierung eines Schießstandes bis hin zu Sanierungsarbeiten an einer Kunsteisbahn: „Der Sport gehört zu Tirol wie die Berge und unsere beeindruckende Naturlandschaft. Um den Menschen in unserem Land bei ihrer Sportausübung die höchstmögliche Qualität zu bieten, fördert das Land Tirol regelmäßig die Instandhaltung und Modernisierung der Sportstätten. Durch die jährlichen Ausschüttungen aus dem Sportförderungsfonds können die Vereine und Verbände sportbegeisterten Tirolerinnen und Tirolern eine moderne Infrastruktur bieten. Zudem kann der Nachwuchs umso besser in diesen Sportstätten aufblühen, sportliche Talente entdecken und dadurch ein Bewusstsein dafür bekommen, dass Sport auch für das Wohlbefinden gut“, betont LHStv Geisler. Weiters werden im Rahmen der Veranstaltungsförderung 46.900 Euro ausbezahlt. Es profitieren davon insgesamt 31 Empfänger, die mit den zur Verfügung gestellten Mitteln beispielsweise Lauf- oder Turnierveranstaltungen durchführen können.

Sonderförderung: Im Rahmen des Sonderförderungsprogrammes werden für den Planungsverband „Oberes und Oberstes Gericht“ auf Antrag von LH Günther Platter über 296.000 Euro bereitgestellt. Mit den Mitteln werden unter anderem der Neubau von Betriebsgebäuden, die Errichtung von Photovoltaikanlagen oder Qualitätsverbesserungen in touristischen Betrieben und Einrichtungen gefördert.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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