AT: Lebensqualität bis zuletzt durch Professionalität, Erfahrung und Einfühlungsvermögen

Österreichs größte Palliativstation wird 20

(C) Franziskus Spital

Wien (OTS) – Im Wiener Franziskus Spital auf der Landstraßer Hauptstraße wird seit 20 Jahren die mittlerweile größte Palliativstation Österreichs betrieben. Alleine heuer betreute und begleitete das multiprofessionelle Team bereits über 200 Patienten. Um das österreichische Gesundheitssystem langfristig zu entlasten, wird eine enge Zusammenarbeit mit mobilen Diensten angestrebt.

Seit 1999 steht das Team der Palliativstation im Franziskus Spital am Standort Wien-Landstraße Menschen und ihren Angehörigen bei, die mit einer fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankung konfrontiert sind. Am 7. November 2019 wurde das 20-jährige Jubiläum im Rahmen eines Festaktes gefeiert. DDr. Matthias Beck, außerordentlicher Universitätsprofessor für Moraltheologie und Medizinethik an der Universität Wien, hielt die Festrede.

Lebensqualität bis zuletzt

Es braucht viel Professionalität, Erfahrung und Einfühlungsvermögen, wenn es um qualitativ hochwertige Palliativbetreuung und -begleitung geht. „Oberstes Ziel ist es, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, die Lebensqualität von Betroffenen und deren Angehörigen zu verbessern und sie professionell zu begleiten“, erklärt Prim. Doz. Dr. Joakim Huber, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Vorstand Innere Medizin, Franziskus Spital Wien-Landstraße.

Die Palliativstation verfügt über 16 Betten für Erwachsene und kann auf ein breit gefächertes diagnostisches und therapeutisches Angebot zurückgreifen. Der Patient und seine individuellen Bedürfnisse stehen dabei im Mittelpunkt. Ganz nach der Philosophie „Achtsam dem Leben begegnen“, geht es um das Vorbeugen und Lindern von Leiden durch frühzeitiges Erkennen sowie das Einschätzen und Behandeln von Schmerzen und weiteren belastenden Beschwerden wie etwa seelischem Leid. In das interdisziplinäre Team sind neben Ärzten und Pflegefachkräften auch Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Psychologen, Diätologen, Seelsorger sowie ehrenamtliche Mitarbeiter integriert. Das Ordensspital hat Verträge mit allen Kassen und verrechnet den Palliativaufenthalt als Kassenleistung.

Auch nach der Entlassung aus stationärer Betreuung bemüht sich das Team als Ansprechpartner für den Familienkreis zur Verfügung zu stehen.

Ein Großteil der Bevölkerung will – wenn es soweit ist – zu Hause in gewohnter Umgebung sterben dürfen. Um diesem Wunsch gerecht zu werden, sollte eine Betreuung im Krankenhaus nur in Anspruch genommen werden müssen, wenn der Versorgungsbedarf in den eigenen vier Wänden durch mobile Palliativ- und Hospizteams kurzfristig nicht mehr gedeckt werden kann. Im Rahmen gezielter kurzzeitiger Aufnahmen auf der Palliativstation können akute Beschwerden gelindert oder medikamentöse Therapien adaptiert werden, um die individuelle Lebensqualität zu verbessern. Durch die bewährte engmaschige Zusammenarbeit der Palliativstation mit mobilen Palliativ- und Hospizteams können Menschen so lange wie möglich in gewohnter Umgebung bleiben. In Fällen wo ein würdevolles Sterben zu Hause nicht realisierbar ist, wird der Bedarf an Hospizbetten – die es aktuell in Wien nicht gibt – besonders deutlich. Dieser Rahmen würde eine stationäre Begleitung bis zum Tod ermöglichen.

Markus Golla
Über Markus Golla 5270 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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