AT: Lebenshilfe begrüßt Gehaltserhöhung für Behindertenbetreuer*innen im Pflegepaket

5. Juli 2022 | News Österreich, Pflegende Angehörige | 0 Kommentare

ÖVP und Grüne werden am Donnerstag im Nationalrat zusätzliche 50 Mio. Euro für Gehaltszahlungen von Behindertenbetreuer*innen und Heimhelfer*innen im Rahmen des Pflegepakets beschließen.

In der Behindertenhilfe wird in interdisziplinären Teams gearbeitet. Pflegerische Tätigkeiten werden von vielen Berufsgruppen umgesetzt, die Zusatzausbildungen haben. Das ist wichtig, weil Pflege natürlich sehr wichtig ist. In der Behindertenarbeit steht aber die Unterstützung zur umfassenden Teilhabe im Leben im Vordergrund. Dafür sind unterschiedliche Berufsgruppen gefragt. In der Pflegereform ist ein Gehaltsbonus für bestimmte Berufsgruppen vorgesehen. Nach bisherigen Plänen wären viele Mitarbeiter*innen im Behindertenbereich davon nicht erfasst gewesen. Die Lebenshilfe hat das massiv kritisiert.

50 Mio. Euro zusätzlich

„Wir sind sehr erfreut, dass unsere Argumente gehört wurden und die Regierungspartien kommenden Donnerstag weitere 50 Mio. Euro für Gehaltszuzahlungen von Behindertenbetreuer*innen und Heimhelfer*innen beschließen werden. Das ist eine notwendige Maßnahme, um eine Benachteiligung des Behindertensektors abzuwenden“, erläutert Markus Neuherz, Generalsekretär der Lebenshilfe Österreich.

Pflegende Angehörige benötigen mehr Unterstützung

„Im Bereich der Pflegenden Angehörigen sind noch weitere Schritte zu setzen: Der Angehörigenbonus soll weiterhin erst ab Pflegestufe 4 oder höher gewährt werden. Gleichzeitig sehen wir, dass der Betreuungsaufwand pflegender Angehöriger bei Menschen mit intellektuellen Behinderungen enorm hoch ist – auch bei geringeren Pflegestufen“, betont Neuherz, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. „Wir werden weiter im Gespräch bleiben und hoffen auf zusätzliche Nachschärfungen im Pflegepaket“, schließt Neuherz ab.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)