AT: Leben und Tod sind eine Einheit

© Renate Medwed

Leben und Tod sind eine Einheit

Am 15 und 16. März findet erstmals die Publikumsmesse SEELENFRIEDEN in Wien statt, initiiert und organisiert von Sabine List, Eventmanagerin und Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleiterin. Die Messe bietet umfassende Informationen, Beratung und ein kulturelles Rahmenprogramm zu den Themen Vorbereitung auf das Lebensende sowie Trauer und Trauerarbeit. Unter den Vortragenden sind u.a Barbara Pachl-Eberhart und Grischka Voss, die in der Öffentlichkeit bereits einiges über ihre individuelle Trauerarbeit und Bewältigung veröffentlicht haben. Ergänzt wird das Ausstellungs- und Vortragsprogramm auch durch Podiumsdiskussionen zu den Themen: „Das Geschäft mit dem Tod“ – zwischen Geschäft, Pietät und dem Begräbnis als ‚gut-tuender Meilenstein der Trauerarbeit‘, „Wann bereite ich mich auf ihr/sein/MEIN Begräbnis vor?“ – MEIN Tod ist für mich kein Tabu.

Tod kein Tabu – betrifft uns alle, immer wieder und letztgültig

In Österreich sterben jährlich mehr als 80.000 Menschen, in Wien waren es im Jahr 2018 16.000. Nach wie vor ist die Erdbestattung mit 55% die häufigste Bestattungsart, gefolgt von der Feuerbestattung mit 45%. Obwohl jeder von uns mit dem Tod konfrontiert ist, im Umfeld ebenso wie mit dem eigenen, wird kaum darüber gesprochen: „In der Öffentlichkeit ist das Thema ‚Sterben, Tod und Trauerarbeit‘ um den 1. November sehr präsent, dann verschwindet es wieder völlig aus den Schlagzeilen. Denn der Tod wird oft als Tabu betrachtet. Solange Menschen glauben, davon nicht betroffen zu sein, verdrängen sie dieses Thema. Und oft sind sie durch den (plötzlichen) Tod von Familienmitgliedern oder nahen Verwandten mit Emotionen, Situationen und vor allem Kosten konfrontiert, die sie außerordentlich belasten. Genau hier wollen wir mit unserer Messe ansetzen,“ so die Organisatorin Sabine List.

Ganz bewusst hat sie für die Veranstaltung einen pragmatischen Stil gewählt, denn das Thema gleitet oft entweder in Pathos ab oder erhält einen leicht makabren Touch. Mehr als 30 AusstellerInnen werden das vielfältige Angebot und das weite Spektrum des Themas abbilden. Ziel ist es, den BesucherInnen möglichst viel an Information, Beratung und auch neue Perspektiven zu vermitteln.

Vorsorge zu Lebzeiten, Trauer am Arbeitsplatz

Laut Statistik entscheiden sich nur 5% der österreichischen Bevölkerung für eine Patientenverfügung und nur 20% verfassen ein Testament. Die rechtliche Beratung und Vorsorge sind daher ein wesentlicher Schwerpunkt bei der Messe.

„Der Unterschied und die Aufgaben von Palliative Care und einer Hospizbetreuung werden verständlich erklärt, ebenso wird im Zuge eines Vortrages auf das Thema Tod und Trauer am Arbeitsplatz eingegangen werden, über das kaum jemand Bescheid weiß und spricht. Neben Lesungen von Betroffenen nach Todesfällen in der Familie wird auch die Neuauflage des Zentralfriedhof-Führers auf der Messe präsentiert. Das Thema Trauerbegleitung wird ein Schwerpunkt sein, wir stellen Vereine für Sternenkindereltern vor, haben eine der namhaftesten Familientrauerbegleiterinnen aus Deutschland zu Gast und bieten Einblick in das Thema Trauer in Bewegung mit SeelenSport“, so Sabine List abschließend.

Das Trauernetzwerk ASPETOS https://aspetos.com/ ist offizieller Partner der Messe SEELENFRIEDEN. ASPETOS ist das Netzwerk, das Todesfälle verzeichnet, Erinnerungen sichert, Menschen auf dem Weg durch die Trauer verbindet und das Thema ‚Leben & Tod‘ in der Gesellschaft integriert. Die Messe findet im MGC Wien, Leopold-Böhm-Straße 8,
1030 Wien, täglich von 10-18 Uhr statt.

 

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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