AT: Lang anhaltender Schutz durch Antikörper

(C) eydzhet Shabanov

DPU fasst internationale Studienergebnisse zur Corona-Antikörper-Immunität zusammen

Krems/Niederösterreich (OTS) – Die Danube Private University (DPU) in Krems, Niederösterreich, hat sämtliche relevanten Studien zur Antikörper-Persistenz verglichen und kommt zu dem Ergebnis, dass in der Regel ein lang anhaltender Schutz durch Antikörper nach einer Infektion gegeben ist. Dies unterstreiche auch die Ergebnisse der Wachau-Studie der DPU, die die Prävalenz von SARS-CoV-2 in der Marktgemeinde Weißenkirchen sowie die Persistenz von spezifischen Antikörpern untersuchte, so Direktor Robert Wagner.

Die aktuelle COVID-19 Pandemie hält weiterhin die Welt fest in ihrem Griff. Zwar zeichnen sich langsam erste Erfolge durch die fortschreitenden Impfungen ab und Restriktionen werden bereits vielerorts gelockert, dennoch drohen auch neue Gefahren und Unsicherheiten durch neue Virus-Varianten.

Präklinische Befunde und die Seltenheit bestätigter Reinfektionen mit SARS-CoV-2 beim Menschen unterstützen die Annahme, dass die Immunität nach der Infektion für einige Zeit bestehen bleiben kann, dennoch bleibt die Persistenz der Immunität bislang ungewiss. Daher ist ein besseres Verständnis der Kinetik und der Dauer der Immunantwort von großer Bedeutung. Dies gilt insbesondere für die Langzeitpersistenz von neutralisierenden Antikörpern, jenen Antikörpern die in der Lage sind das Virus direkt zu neutralisieren und die als wichtiges Korrelat einer Immunität gegen eine COVID-19 Erkrankungen gelten.

In einem narrativen Review Artikel, der nun in der renommierten Zeitschrift Reviews in Medical Virology veröffentlicht wurde, fassten Dr. Andrea Knies und Dr. Miriam Schneider, mit der Unterstützung weiterer Kollegen der DPU und der Universität Innsbruck, die aktuell publizierten Ergebnisse zur Persistenz der humoralen und neutralisierenden Immunantwort, drei bis acht Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion, zusammen. Trotz einer Fülle von Forschungsarbeiten, die sich bislang insbesondere mit der kurzfristigen Immunantwort nach einer SARS-CoV-2-Infektion befassten, werden Daten über die spezifische Dauer der Immunität erst in den nächsten Jahren verfügbar werden. Mit dem Fortschreiten der Pandemie steht allerdings nach und nach immer mehr Literatur über die Persistenz der Antikörperantwort über eine Zeitspanne von drei oder mehr Monaten nach der Infektion hinaus zur Verfügung.

Die Autoren berichten von einer teilweise limitierten Vergleichbarkeit der Literatur, insbesondere aufgrund von großen methodischen Unterschieden der Studien. Unter den unterschiedlichen Immunglobulin-Klassen zeigten sich die konsistentesten Ergebnisse zur Nachweisbarkeit von Antikörpern bei der Immunglobulin-G-Klasse (IgG). Diese wurde in den meisten Studien mit einer Dauer von mindestens sechs bis acht Monaten angegeben, und zwar unabhängig von den in den Studien verwendeten Zielantigenen und Nachweis-Assays. Angesichts dieser konsistenten Ergebnisse scheint es wahrscheinlich, dass zukünftige Studien IgG-Antworten zu noch späteren Zeitpunkten berichten werden können.

Ebenso wurde berichtet, dass das Immunglobulin-A (IgA), obwohl es in einer viel geringeren Anzahl von Studien untersucht wurde, selbst noch an Zeitpunkten später als 7 Monate nach der Infektion nachweisbar bleibt. Ähnlich wie bei IgG wurden diese Befunde trotz unterschiedlicher Assays und getesteter Antigene beobachtet. Befunde zur Immunglobulin-M (IgM)-Antwort zeigten dagegen eine große Streuung, hier sind weitere Untersuchungen für eine klare Aussage erforderlich. In Bezug auf die Ergebnisse für die Nachweisbarkeit von IgM und IgA ist noch zu beachten, dass im Gegensatz zu der zufriedenstellenden Qualität der Analysemethoden für IgG, viele der spezifischen IgM und IgA Tests eine nur begrenzte Wirksamkeit zeigen und Testergebnisse zwischen den Assays oft nicht vergleichbar sind.

Konsistente Befunde, mit wenigen Ausnahmen, wurden auch für die Persistenz neutralisierender Antikörper berichtet, die bisher in einigen Studien bis zu 32-33 Wochen nach Infektion nachweisbar bleiben. Das Vorhandensein von neutralisierenden Antikörpern wurde mit dem Schutz vor einer erneuten Infektion in Verbindung gebracht, was auf eine langfristige Immunität gegen SARS-CoV-2 schließen lässt. Diese neutralisierenden Fähigkeiten können allerdings potenziell durch neu auftretende Virusvarianten abgeschwächt werden.

Weitere longitudinale Untersuchung von PCR-bestätigten seropositiven Personen unter Verwendung sensitiver Assays in den nächsten Monaten/Jahren werden nötig sein, um die letztendliche Art und Dauer einer längerfristigen humoralen Immunantwort nach SARS-CoV-2 Infektion zu klären.

Dr. habil. Miriam Schneider und Dr. Andrea Knies (beide DPU): „Da aktuell viele wissenschaftliche Studien in Eile publiziert werden, um Ergebnisse schnell zugänglich zu machen, leidet leider öfter die wissenschaftliche Qualität und es fehlen wichtige methodische Informationen beispielsweise in den Studien. Die von uns verglichenen Studien zeigten zudem eine hohe Varianz bezüglich ausgewählten Studienpopulationen, Zielantigenen und der Aussagekraft der verwendeten Analysemethoden, was oftmals keinen direkten Vergleich der Ergebnisse erlaubt und deren Interpretation erschwert. Trotz der eingeschränkten Vergleichbarkeit bietet der publizierte Review einen wichtigen Überblick über den aktuellen Wissensstand bezüglich der längerfristigen humoralen und neutralisierenden Antikörper Reaktion bis zu 8 Monate nach einer COVID-19 Erkrankung“. https://doi.org/10.1002/rmv.2272

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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