AT: Kucher zu Anschober: Pflegenotstand mit Pflegeoffensive bekämpfen

22. August 2020 | News Österreich | 0 Kommentare

Schwarz-Grün hat keine Lösung für Pflegekrise – SPÖ-Konzept sieht Attraktivierung der Ausbildung vor: 500 Euro Ausbildungsbonus für UmsteigerInnen

Wien (OTS/SK) – Zu den heutigen Aussagen von Sozialminister Anschober in Sachen Pflegenotstand im Ö1-„Morgenjournal“ sagt SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher: „In den kommenden zehn Jahren werden mindestens 76.000 Pflegekräfte in Österreich fehlen, laut Sozialminister sogar 100.000 – allein, auf nachhaltige Lösungsvorschläge müssen die Betroffenen immer noch warten!“ Denn seitens der schwarz-grünen Bundesregierung gibt es immer noch keine geeigneten Lösungen, um den drohenden Pflegenotstand zu verhindern, selbst die Finanzierung der Pflege bleibt bisher unklar. „Wenn es nicht genug Pflegekräfte gibt, nützen auch die angekündigten ‚community nurses‘ wenig. Das Problem ist Anschober bekannt, aber konkrete Abhilfe gibt es keine. Die Zeit drängt!“, so Kucher am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. „Was es jetzt braucht, ist eine Pflegeoffensive, um die Pflege zu sichern“, so der SPÖ-Gesundheitssprecher. Und hier laute das Motto: „Ausbilden, ausbilden, ausbilden!“ Der Weg zum Pflegeberuf müsse erleichtert werden: „Unser Konzept sieht einen Ausbildungsbonus von 500 Euro für UmsteigerInnen zusätzlich zum Arbeitslosengeld sowie eine kostenlose Pflegeausbildung für BerufseinsteigerInnen vor“, so Kucher.

Der Ausbildungsbonus würde nicht nur mehr Menschen in Pflegeberufe bringen, sondern auch dazu beitragen, die aktuelle Rekordarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Der Fokus der Arbeitsmarktpolitik müsse daher jetzt auf Zukunftsberufen wie jenen im Pflegebereich liegen. So hat auch der Einbruch im Flugverkehr viele Menschen arbeitslos gemacht, etwa die MitarbeiterInnen der insolventen Billigfluglinie „Level“. 40 von ihnen wollen in der Pflege arbeiten, allerdings können sich viele von ihnen das Leben während einer mehrjährigen Ausbildung nicht leisten. „Derzeit werden Menschen, die gerne den Pflegeberuf erlernen wollen, Steine in den Weg gelegt statt sie dabei zu unterstützen. Ich frage Sie, Herr Anschober, Frau Aschbacher: Was tun Sie konkret für diese Menschen? Das Herumlavieren und Zögern der schwarz-grünen Bundesregierung in dieser drängenden Frage ist unerträglich“, kritisiert Kucher.

Die Lösungsvorschläge der SPÖ: UmsteigerInnen, die arbeitslos sind und eine Umschulung in die Pflege wollen, müssen finanziell dabei unterstützt werden. „Wir wollen daher einen Ausbildungsbonus von 500 Euro zusätzlich zum Arbeitslosengeld“, betont Kucher. Zudem soll es einen Rechtsanspruch auf diesen Bonus geben, verbunden mit der Verpflichtung, danach fünf Jahre im Pflegebereich zu arbeiten. Zum anderen will die SPÖ auch junge BerufseinsteigerInnen bei der Ausbildung unterstützen – die Ausbildung, etwa an der Pflege-FH, soll kostenfrei sein.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)