AT: Kocher/Rauch/Kopf: Beantragung des Pflegestipendiums ab heute möglich

16. Dezember 2022 | News Österreich

1.400 Euro monatlich für Teilnehmer:innen von AMS-geförderten Ausbildungen

Das Pflegestipendium kann ab heute, 16. Dezember, beantragt werden. Personen, die an AMS-geförderten Ausbildungen in Pflege- und Sozialberufen teilnehmen, erhalten ab 1. Jänner 2023 1.400 Euro monatlich zur Deckung ihrer Lebenshaltungskosten. Voraussetzung ist, dass sie die Ausbildung ab September 2022 begonnen haben. Mit der Einführung des Pflegestipendiums werden jährlich 1.000 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen. Ursprünglich war der Start der Maßnahme für September 2023 geplant. Aufgrund des eklatanten Fachkräftemangels im Pflegesektor wurde er auf Jänner vorgezogen.

„Der Arbeits- und Fachkräftebedarf im Pflegesektor ist jetzt schon groß und wird sich in den nächsten Jahren vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der anstehenden Pensionierungswelle in der Pflege noch weiter intensivieren. Umso wichtiger sind Maßnahmen wie das Pflegestipendium, um diesem Mangel entgegenzuwirken. Mit dem Pflegestipendium erhalten Personen, die an vom AMS vermittelten Ausbildungen im Pflegebereich teilnehmen, eine Förderung zur Deckung ihrer Lebenshaltungskosten, die 1.400 Euro nicht unterschreiten darf. Ziel ist es, die Wege in den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten und mehr Menschen zu einer Ausbildung im Pflegesektor zu ermutigen“, so Arbeitsminister Martin Kocher.

“Die Pflege von Menschen ist ein besonderer Beruf: menschlich erfüllend, fachlich herausfordernd und abwechslungsreich. Trotzdem sieht sich die Pflege mit einem enormen Personalmangel konfrontiert. Mit dem Pflegestipendium ermöglichen wir Menschen, die sich das bisher nicht leisten konnten, die berufliche Umorientierung und geben ihnen finanzielle Sicherheit für die gesamte Dauer der Ausbildung. Zusätzlich greifen bereits die ersten Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege, beispielsweise der Gehaltszuschuss oder die zusätzliche Entlastungswoche für alle Mitarbeiter:innen ab 43 Jahren”, betont Sozialminister Johannes Rauch.

Mindestens 1400 Euro pro Monat

Personen, die sich entscheiden, eine Pflegeausbildung zu starten, erhalten ab 1. Jänner 2023 mindestens 1.400 Euro monatlich. Liegt der Leistungsanspruch aus der Arbeitslosenversicherung darunter, wird die Differenz aufgestockt. Personen, deren Arbeitslosengeld über der Mindestgrenze von 1.400 Euro liegt, können diesen selbstverständlich behalten.

Das Pflegestipendium kann sowohl von arbeitssuchenden als auch karenzierten Personen in Anspruch genommen werden. Voraussetzung ist, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer mindestens seit zwei Jahren die Ausbildungspflicht abgeschlossen haben. Das heißt eine Inanspruchnahme des Pflegestipendiums ist ab 20 Jahren möglich. Die Genehmigung erfolgt im Rahmen einer entsprechenden Beratung durch das AMS vor Beginn der Ausbildung.

Qualifizierungsförderung ebenfalls angehoben

Ebenfalls angehoben wird die Qualifizierungsförderung, also die Weiterbildung von gering qualifizierten und älteren Arbeitskräften im Bereich sozialer Dienstleistungen. Sie steigt von 60 Prozent auf 75 Prozent der Kurs- und Personalkosten. „Mit der Qualifizierungsförderung setzen wir einen wichtigen Schritt, um künftig mehr Personen mit einem niedrigeren Ausbildungsstand zu fördern und Höherqualifizierungen zu erreichen. Damit verbessern wir einerseits die Qualität im Pflegedienst und bilden andererseits neue Fachkräfte im sozialen Bereich aus“, betont Kocher.

Auch Auszubildende, die nicht vom Arbeitsmarktservice gefördert werden, erhalten in Zukunft eine Unterstützung von 600 Euro pro Monat. Den Ausbildungsbeitrag des Sozialministeriums gibt es für Schüler:innen und Studierende an Gesundheits- und Krankenpflegeschulen, Fachhochschulen, Schulen für Sozialbetreuungsberufe sowie für Ausbildungen im Sozialberuf „Behindertenbegleitung“.

„Gute Pflege und Betreuung sind das Um und Auf für die Lebensqualität in einer älter werdenden Gesellschaft. Pflegeberufe sind Zukunftsberufe und bieten tolle Jobchancen für Junge und auch für jene, die sich beruflich verändern wollen. Ich freue mich daher über den Start des Pflegestipendiums zur Attraktivierung der Ausbildung, aber auch über die im Zuge der Pflegereform vorgesehenen Maßnahmen für verbesserte Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende im Pflegebereich“, betont auch AMS-Chef Johannes Kopf

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)