AT: „Kindern eine Chance“ zieht Erfolgsbilanz

23. April 2018 | News Österreich | 0 Kommentare

KINDERN EINE CHANCE gilt als größte rein ehrenamtliche NGO Österreichs. Anlässlich des 10-jährigen Bestehens zieht sie erfolgreiche Zwischenbilanz über die Tätigkeit in Uganda.

Völs (OTS) – Vor 10 Jahren gründeten die beiden Tiroler Stefan Pleger und Gabi Ziller einen Verein, der sich um benachteiligte Kinder im ostafrikanischen Uganda kümmert. „Bildung ist der Schlüssel zur Entwicklung, war von Anfang an unser Leitgedanke. Denn nur mit einer fundierten Ausbildung kann man sein Leben einmal selbst in die Hand nehmen, ist Stefan Pleger überzeugt. Begonnen hat der Verein, dessen Kreis an Spendern rasch größer wurde, mit Schulpatenschaften für 40 Kinder. Heute betreibt die Organisation 10 eigene Schulen, 7 Kindergärten und 2 Behinderteneinrichtungen sowie eine Gehörlosen Schule. Alleine von diesen Einrichtungen profitieren weit über 3.000 Kinder. Viele davon werden direkt von Paten aus Österreich unterstützt. Auf 2 Lehrbauernhöfen wird den Jugendlichen die landwirtschaftliche Arbeit näher gebracht. Eine wichtige Aufgabe in einem Land, in dem rund 80 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben. Die Berufsausbildung findet auch in den vereinseigenen Lehrwerkstätten für Tischlerei, Schusterei, Schlosserei, Schneiderei, Motorradmechaniker und Friseur statt. Neben den eigenen Schulen arbeitet das Team von KINDERN EINE CHANCE sehr eng mit den lokalen Schulbehörden zusammen und betreibt ein Jausenprogramm für 17.5000 Kinder, die täglich in den staatlichen Schulen mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden. Gleichzeitig inspizieren Mitarbeiter des Vereins die Schulen und liefern Berichte an die Landeschulbehörden. Die ist um die Unterstützung froh, verfügt die Abteilung doch nicht über genügend Ressourcen um alle Schulen in ihrem Verantwortungsbereich regelmäßig zu kontrollieren. „Ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Arbeit in Uganda ist sicherlich die Arbeit für Kinder mit Behinderung. Wir betreiben derzeit 2 eigene Schulen für Kinder mit speziellen Bedürfnissen und betreuen insgesamt über 700 Kinder mit Behinderung regelmäßig, sowohl in den Schulen als auch durch ein mobiles Therapieteam“, erzählt Gabi Ziller, die selbst zwei Mal im Jahr für mehrere Monate vor Ort ist, stolz.

Größte rein ehrenamtlich arbeitenden NGO Österreichs

Das Besondere am Verein: KINDERN EINE CHANCE arbeitet in Österreich ausschließlich ehrenamtlich und ist mit einem jährlichen Spendenaufkommen von über einer Million Euro wohl die größte rein ehrenamtliche EZA-Organisation Österreichs. Offizielle Statistiken dazu gibt es nicht. 100% der Spenden werden in das Projektgebiet überwiesen, Aufwände in Österreich tragen die Vereinsmitglieder persönlich. Entgegen häufig praktizierter Entwicklungshilfe wird von KINDERN EINE CHANCE eine definierte und dem Projektziel förderliche Eigenleistung, bzw. ein individueller Beitrag gefordert, um einer Mentalität des Handaufhaltens entgegen zu wirken. Den über 200 Mitarbeitern der Organisation in Uganda werden lokal übliche Gehälter gezahlt, um einem Auseinanderdriften der mit internationalen Geldern finanzierten „NGO- Szene“ und der lokalen „Normalbevölkerung“ zu verhindern. Stefan Pleger ist nicht naiv in diese Verantwortung gegangen, hat er doch selbst viele Jahre ehrenamtlich für Ärzte ohne Grenzen in unterschiedlichsten Krisengebieten von Somalia und dem Südsudan bis Eritrea gearbeitet. Er ist stolz, dass er nach 10 Jahren im eigenen Verein zeigen kann, dass man auch mit rein ehrenamtlichem Engagement viel verändern kann. „Die Spender vertrauen uns, denn sie sehen, dass wir in Österreich kein massives Fundraising betreiben, sondern durch unsere Arbeit und Mundpropaganda überzeugen.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Den Grundprinzipien, die der Verein von Beginn an festgelegt hat, ist man in den 10 Jahren treu geblieben. Bildung wird als der der Schlüssel zur Entwicklung gesehen, das umfasst sowohl die Schulbildung als auch die praktische Ausbildung der Jugendlichen. Möglichst viele sollen profitieren und es war nie Ziel, Eliten zu schaffen. Die Hilfe zur Selbsthilfe steht im Vordergrund, so müssen unterstützte Jugendliche auch regelmäßig auf den Landwirtschaften mitarbeiten, um einen Beitrag zu leisten und für ihr späteres Leben zu lernen. Die Geschäftsführerin der ugandischen Schwesterorganisation, Betty Nabulimu, betont, dass es ihr Ziel sei, Menschen heran zu erziehen, die sich später einmal selbst ihre Jobs gestalten können und nicht zu Arbeitssuchenden oder gar Wirtschaftsflüchtlingen werden. Deshalb wird in regelmäßigen Ferienworkshops das praktische Lernen forciert. Dann stehen Catering, Wassertank-Schweißen, Brunnen-Reparieren oder Schneidern am Programm. „Wenn die von uns unterstützten Kinder zu selbstbewussten, eigenverantwortlichen und selbstständigen Erwachsenen werden, dann haben wir unser Ziel erreicht“, so Stefan Pleger und Gabi Ziller unisono. Einige Erfolgsbeispiele gibt es schon, und an denen erfreuen sich die beiden jeden Tag.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)