AT: Janisch appelliert an Anschober Corona-Tests den 24-Stunden-Betreuerinnen zur Verfügung zu stellen

WKO

Ohne Test und damit rascher Einreise besteht für viele betreute Menschen und deren Familien die Gefahr eines Betreuungsnotstandes

Wien (OTS) – Noch immer droht ein Mangel an 24-Stunden-Betreuerinnen, weil ihnen von der Bundesregierung den Status einer systemrelevanten Gruppe bislang nicht zuerkannt wurde. Denn nur als solche Gruppe hätten die Betreuerinnen unmittelbaren Zugang zu Corona-Test und damit die Möglichkeit zur raschen Einreise nach Österreich. Darauf weist heute der Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung in der Wirtschaftskammer Wien, Mag. Harald Janisch, hin und appelliert an Gesundheitsminister Anschober, die Tests für 24-Stunden-Betreuerinnen zu ermöglichen.

Mit dem Test stünde nach 2 bis 3 Tagen fest, ob die Betreuerin gesund ist und sie könnte dann sofort arbeiten. Ohne Test muss sie in eine lange 14-tägige Quarantäne, so wie das jetzt der Fall ist. Derzeit hält auch schon die Aussicht auf eine 14-tägige Quarantäne viele Personenbetreuerinnen von einer Rückkehr nach Österreich ab. Das führt unweigerlich zu mehrwöchigen Betreuungslücken, die nicht geschlossen werden können.

Janisch nennt Zahlen zum personellen Umfang: In Wien arbeiten im Jahresdurchschnitt 13.000 ausländische Betreuungskräfte im 24-Stunden Dienst für etwa 6.000 Klienten. In der Regel sind diese Betreuerinnen 14 Tage in Wien, um dann nach einer 14-tägigen Pause in ihrer Heimat, wieder ihren Dienst in der Bundeshauptstadt anzutreten. In Folge der Corona-Krise können viele Betreuungskräfte nicht mehr schnell genug nach Österreich kommen.

Janisch: „Es besteht die dringende Gefahr, dass für tausende alte Menschen in Wien keine 24-Stunden-Betreuung mehr möglich ist und ihre Familien vor nahezu unlösbare fachliche und organisatorische Aufgaben gestellt wären. Die Anerkennung als „systemrelevante Gruppe“ und damit der Zugang der Personenbetreuer zu Corona-Tests ist daher ein Gebot der Stunde, für die rasche Rückkehr der Betreuerinnen aus den Heimatländern zu ihren Klienten in Wien. Denn ohne diese Betreuerinnen wäre das Sozialressort der Stadt Wien massiv gefordert, diese Menschen zu betreuen, bzw. sie in Betreuungseinrichtungen der Gemeinde Wien aufzunehmen.“

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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