AT: Ist Klonen verwerflich?

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Studie vom Wunschbaby Institut Feichtinger hinterfragt ethische Aspekte

Wien (OTS) – Eines der meistdiskutierten Themen spätestens seit der Geburt des geklonten Schafes „Dolly“ ist der Klonversuch beim Menschen. Vor 20 Jahren hat der Europarat ein Protokoll verabschiedet, dass das Klonen beim Menschen verbietet. Dabei liegt der Fokus auf ethischen Bedenken wie etwa, dass die Erbfolge weitergeht, somit die Konsequenzen einer Intervention andauern und auf den Schutz des menschlichen Genoms, der eine Verpflichtung der Menschwürde ist. Ebenso warnt die United Nations vor Klonen, denn Prozeduren, welche gegen die menschliche Würde sind, wie etwa Klonen, sollen nicht zugelassen werden.

Ärzte sind rein theoretisch vor allem im Bereich der In-vitro Fertilisation mit der Idee des Klonens als Behandlungsmöglichkeit ganz spezieller Kinderwunschbehandlungs -Problematiken konfrontiert. Obwohl Klonen bei Pflanzen, Viren, Bakterien, anderen Mikroorganismen und sogar einigen Amphibienarten ein physiologischer Vorgang der Reproduktion ist, gibt es diesen Vorgang bei Säugetieren in der Natur nicht, mit Ausnahme bei der Entstehung von eineiigen Zwillingen.

„Als auszubildender Mediziner ist man mit den technischen Vorgangsweisen vertraut, doch die ethischen Fragen kommen viel zu kurz. Deshalb erschien es uns wichtig die ethische Fragestellung im Rahmen einer Studie zu diskutieren und die möglichen positiven Aspekte des Klonens kritisch zu durchdenken.“ so Prof. Wilfried Feichtinger, Gründer vom Wunschbaby Institut Feichtinger.

Anhand von Fallbeispielen wird klar, dass es fast unmöglich ist, eine generelle Pro- oder Kontrastellung einzunehmen. Einig sind sich die Experten, dass im Falle von Krankheiten, genetisch übertragbare Mutationen und Unfruchtbarkeit, Klonen eine Möglichkeit in der Reproduktionsmedizin wäre, den Kinderwunsch zu erfüllen und Krankheiten auszuschließen. Voraussetzung ist eine neu durchdachte Gesetzeslage, welche entsprechende Forschungen zulassen würde.

„Deutlich wurde in unserer Analyse, dass Klonen und verwandet Labortechniken neue Wege in der Medizin öffnen würden, daher sollten voreilige Verbote diese nicht versperren. Unsere Gesellschaft sollte neuen Methoden grundsätzlich offen gegenüberstehen. Der Fortschritt in der Medizin lässt sich nicht aufhalten, daher sollte man ihn für das Wohl der Menschen nutzen.“ betont Prof. Wilfried Feichtinger. Der Vorschlag, die Frage „Ist Klonen verwerflich?“ in „Unter welchen Umständen ist Klonen richtig?“ umzuformulieren, könnte ein zielführender Ansatz für die Anwendung des Klonens sein.

Wunschbaby Institut Feichtinger (WIF)

Das Wunschbaby Institut Feichtinger (WIF) wurde 1983 von Prof. Wilfried Feichtinger gegründet. Er gilt als „medizinischer Vater“ des ersten österreichischen IVF-Babys, das im Jahr 1982 in Wien auf die Welt kam und weltweit eines der ersten Kinder war, das auf diese Art das Licht der Welt erblickte. Seit seiner Gründung unterstützte das WIF die Geburt von über 10.000 gesunden Babys und gilt international als eines der führenden Kinderwunschkliniken. Das Institut verfügt über eine hauseigene Genetik-Abteilung, die vom renommierten Genetiker Prof. Markus Hengstschläger geleitet wird. Das WIF gilt als Vorreiter der genetischen Diagnostik in der In-vitro-Fertilisation (IVF) in Europa.

Das WIF hat seinen Sitz in Wien und in Baden in Niederösterreich. Weiterführende Informationen sind unter https://www.wunschbaby.at abrufbar.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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