AT: Internationaler Frauentag: Karriere in den Häusern zum Leben

(C) KWP/Bruckner Die Direktorinnen der Häuser zum Leben mit Bereichsleiterin der Pensionist*innenklubs Madlena Komitova (rechts unten, sitzend) und Bereichsleiterin Wirtschaft und Personal Marta Ehrengruber (rechts oben).

Weiterbildungs- und Ausbildungsprogramme sorgen für hohe Frauenquote in den Leitungsteams der Häuser zum Leben.

Wien (OTS) – Frauen leisten im Gesundheitswesen ganz essenzielle Arbeit. In den Häusern zum Leben des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) spiegelt sich das deutlich wider. Laut der WHO Europa sind Frauen in Gesundheitsberufen zwar überrepräsentiert, haben aber trotzdem wenig Aufstiegschancen. Leitende Funktionen und gut dotierte Fachpositionen bleiben unter männlicher Führung.[1] Im KWP sind 4.800 Mitarbeiter*innen beschäftigt, davon 75 % Frauen, 25 % Männer. Wegweisend ist, dass auch die Führungsebenen mit 66 % weiblichen Beschäftigten hohe Frauenquoten aufweisen (insgesamt 303 Führungskräfte, davon 102 Männer und 201 Frauen). In den Häusern zum Leben ist also möglich, wo es anderswo nicht geht: Betreuung und Pflege ist weiblich und macht Karriere.

Führungskräfteentwicklung

Das KWP bietet seinen Mitarbeiter*innen vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten an. Mit dem maßgeschneiderten Entwicklungsprogramm „MOVE – Führungskarriere“ fördert der österreichweit größte Anbieter in der Senior*innenbetreuung seine (Nachwuchs-)Führungskräfte.

„Das Programm begleitet und unterstützt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihrem Weg eine erste Führungsrolle zu übernehmen oder in der Weitentwicklung auf die nächst höhere Führungsstufe. Das MOVE-Programm wird vor allem von Mitarbeiterinnen sehr gerne angenommen und weist bisher große Erfolge auf“, so Mag. Christian Hennefeind, Geschäftsführer des Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser.

Von der Heimhilfe zur Teamleitung. Von der Teamleitung zur Direktorin: In den Jahren 2019 bis 2021 sind 5 Frauen aus dem MOVE-Programm in die Führungsebene aufgestiegen. Zwei Frauen schließen heuer das Programm ab, zwei weitere im Jahr 2022. Zum Vergleich: In den Jahren 2019 bis 2021 haben 2 Männer am Führungskräfteentwicklungsprogramm teilgenommen, einer von ihnen hat dies bereits abgeschlossen.

Ausbildungslehrgänge

Gemeinsam mit dem Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds, kurz waff, und dem Aus- und Weiterbildungszentrum Soziales Wien, AWZ, startet das KWP mehrmals pro Jahr Ausbildungslehrgänge in den Bereichen Pflege und Betreuung für die Berufe Heimhilfe, Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz und Fachsozialbetreuung an.

Dadurch lassen sich auch außerhalb der Führungsebenen in den Häusern zum Leben positive Entwicklungen beobachten. Mit dem „MOVE – Fachkarriereprogramm“ haben seit 2020 fast 100 Frauen eine Ausbildung zur Heimhilfe, Pflegeassistentin, Pflegefachassistentin oder zur Fachsozialbetreuerin begonnen, beziehungsweise abgeschlossen.

Selbstbestimmte Arbeitswelten

Die Häuser zum Leben des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) schaffen selbstbestimmte Arbeitswelten und Lebensräume für Menschen in Wien. Für Mitarbeiter*innen bringt das den Vorteil, dass großen Wert darauf gelegt wird, den Arbeitsalltag so zu gestalten, dass er mit Familie und Beruf vereinbar ist.

Auszeichnungen

Während der Covid-Pandemie hat sich deutlich gezeigt, dass vor allem systemrelevante Berufe weiblich besetzt sind. Die stationäre Altenpflege eingeschlossen. Alle Mitarbeiterinnen des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) wurden im Jahr 2020 für ihr außerordentliches Engagement mit dem der „Women of the Year“-Award ausgezeichnet. Eine der Begründungen der Jury: „In diesem herausfordernden Jahr gab es zahlreiche Frauen, die uns sicher durch die Krise getragen haben. Wir möchten diese Heldinnen besonders würdigen und uns auf diese Weise bedanken.“

Nutzen wir die Krise um die tatsächliche Bedeutung der Rolle der Frau und des Berufsbildes Pflege in der Gesellschaft zu thematisieren und eine emanzipatorische Entwicklung weiter voranzutreiben.


[1] Vgl. https://www.euro.who.int (2017)

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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