AT: Innovative Programme für Betreuung und Pflege

Landesrätin Wiesflecker: Umgang mit Demenz und Personalfrage als größte Herausforderungen

Begenz (OTS) – Damit junge Menschen während ihres Praktikums in der Hauskrankenpflege oder in einem Heim vom Fachpersonal aufmerksam und gut betreut und angeleitet werden können, stellen Land und Gemeinden für diese Praxisanleitung zusätzliche Mittel zur Verfügung. Ab März 2019 können die Arbeitgeber diesen Mitarbeitenden eine finanzielle Zulage gewähren, die Land und Gemeinden refundieren.

Einen Meilenstein, um zusätzliche Fachkräfte für den Betreuungs-und Pflegebereich auszubilden, haben Land und Arbeitsmarktservice bereits 2011 mit der Einführung der connexia Implacementstiftung Betreuung und Pflege gesetzt. Die Fachleute der Stiftung bieten Menschen, die auf Arbeitsuche sind bzw. sich beruflich neu orientieren wollen, im persönlichen Gespräch Informationen und Beratung rund um die Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten im Betreuungs- und Pflegebereich an. Das Interesse ist groß: Im Jahr 2018 wurden 178 Personen neu in die Stiftung aufgenommen, somit nahmen mit Ende 2018 insgesamt 364 Personen dieses Unterstützungsangebot in Anspruch. Seit Bestehen dieses Angebots haben 562 Frauen und Männer eine Ausbildung im Betreuungs- und Pflegebereich absolviert und stehen als Fachkräfte zur Verfügung. „Somit ist die connexia Implacementstiftung Betreuung und Pflege zu einem der bedeutendsten Instrumente der Personalrekrutierung für die Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen geworden“, hielt Landesrätin Wiesflecker fest.

Engagement der Aktion Demenz

Ziel der Aktion Demenz ist nicht nur Information und Sensibilisierung, sondern auch eine wertschätzende Haltung für dementiell erkrankte Menschen, betonte Projektleiterin Daniela Egger. Mit einer Reihe ungewöhnlicher Aktionen wurde dem Thema Demenz in den letzten Jahren zu großer öffentlicher Aufmerksamkeit verholfen. So öffnen etwa das vorarlberg museum, das Kunsthaus Bregenz oder die inatura von sich aus ihre Türen mit einem speziellen Angebot für Menschen mit Demenz und deren Betreuungspersonen. Und Kneipp-Vereine und andere Sportvereine nützen Fortbildungsangebote zum Thema Demenz und sorgen dafür, dass auch älter werdende Mitglieder „am Ball“ bleiben können, selbst wenn sich allmählich eine demenzielle Veränderung zeigt. Eine wichtige Säule sind die 43 Modellgemeinden in Vorarlberg, die mehr als zwei Drittel der Bevölkerung repräsentieren.

Gerontopsychiatrische Schwerpunkte

Da das Zusammenleben mit Menschen mit Demenz die Gesellschaft als Ganzes betrifft, gilt es die gerontopsychiatrische Kompetenz in den unterschiedlichen Versorgungsbereichen, sowohl im häuslichen wie auch im institutionellen Lebensumfeld zu stärken, erklärte connexia-Geschäftsführer Martin Hebenstreit. Er verwies dabei auf drei Projekte: Die „Ambulante gerontopsychiatrische Pflege“ in Kooperation mit den örtlichen Krankenpflegevereinen sowie die an vier Standorten – in Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Nüziders – erprobte neue Form der „Tagesbetreuung mit gerontopsychiatrischem Schwerpunkt“ und die „Weiterentwicklung der gerontopsychiatrischen Kompetenz in Pflegeheimen“, bei der schon 40 der 51 Vorarlberger Heime mitmachen. „Alle diese Schwerpunkte haben das Ziel, die qualitative Versorgung von psychisch Erkrankten sicherzustellen bzw. zu verbessern“, so Hebenstreit.

Über Markus Golla 10105 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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