AT: Innovative Forschungsarbeiten zu Stoffwechselhormonen mit höchsten Auszeichnungen gewürdigt

26. September 2022 | News Deutschland | 0 Kommentare

Auf der 58. Jahrestagung der europäischen Diabetesgesellschaft EASD in Stockholm wurden dieses Jahr wieder erfolgreiche Forschende mit Preisen ausgezeichnet. Zwei der renommiertesten Preise der EASD gingen an Mitglieder der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). So erhielt Professor Dr. med. Martin Heni den Oskar-Minkowski Preis für seine Arbeiten zur Rolle des Gehirns im Energiestoffwechsel. Professor Dr. med. Michael Nauck wurde für sein Lebenswerk zur Forschung an Inkretinhormonen mit der Claude Bernard Medaille geehrt.

„Wir gratulieren unseren beiden Mitgliedern ganz herzlich zu diesen wichtigen Preisen“, so DDG- Präsident Professor Dr. med. Andreas Neu. „Die langjährigen Arbeiten beider Forscher haben dazu beigetragen, das Verständnis der Wirkung von Insulin sowie von Inkretinhormonen – wie dem für die Diabetestherapie bedeutenden GLP-1 – zu verbessern.“ Die Erkenntnisse aus der Forschungstätigkeit tragen dazu bei, Diabetespatientinnen und -patienten, effizienter zu therapieren und mit der Erkrankung einhergehende häufige Folgeschäden abzuwenden.

Für sein Lebenswerk im Forschungsgebiet der gastrointestinalen Peptidhormone und deren Rolle in der Pathophysiologie des Typ-2-Diabetes wurde Professor Dr. med. Michael Nauck mit der Claude Bernard Medaille ausgezeichnet. Diese ist die höchste Auszeichnung der EASD und würdigt Forschende, die ein Leben lang die Diabetesforschung mit herausragenden und innovativen Arbeiten vorangebracht haben. Nauck besprach in seiner Claude Bernard Lecture “An updated incretin concept for tomorrow” die Ursprünge und die Entwicklung der Inkretinforschung. Dabei ging der Diabetologe von der Ruhr-Universität in Bochum auf die Wirkung des Inkretinhormons GLP-1 und dessen Anwendung bei der Blutzucker- und Gewichtssenkung bei Diabetes Typ 2 ein. Abschließend zeigte er künftige Möglichkeiten dieses Forschungsgebietes auf. „Das Therapiepotential mit Hormonen aus dem Magen-Darm-Trakt ist hoch“, erklärt Neu anlässlich Naucks Auszeichnung. „Neben der Blutzuckersenkung kann eine Therapie mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten unter anderem auch das Körpergewicht reduzieren und gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern.“ Nauck habe dieses Therapieprinzip maßgeblich mitgestaltet und damit bereits Millionen Patientinnen und Patienten geholfen, so Neu.

Den Oskar-Minkowski-Preis erhielt in diesem Jahr Professor Dr. med. Martin Heni. Der Preis ist mit einer Geldsumme von 20.000 Euro dotiert und geht an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Arbeiten das Verständnis der Diabetesursachen fördern. Heni erforscht die Wirkung von Insulin im Gehirn, das dort das Essverhalten steuert. Zudem beeinflusst das Hormon über das Nervensystem auch die Speicherung von Fetten in der Leber. So kann ein Insulinmangel im Gehirn das Risiko für eine nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD) erhöhen. In seinen Studien stellte Heni fest, dass durch die Gabe des Wirkstoffs Empagliflozin die Insulinwirkung im Gehirn verbessert und dadurch sogar das Leberfett abgebaut werden kann. „Diese Erkenntnis ist ein bedeutender Schritt in der Prävention von Diabetes und der mit ihm oft einhergehende Fettlebererkrankung“, resümiert Neu die Forschungserfolge von Heni. Der Diabetologe wurde bereits im Jahr 2015 mit dem Rising Star Award der EASD für seine Forschung über die Insulinwirkung am menschlichen Gehirn und deren Bedeutung für den Stoffwechsel ausgezeichnet. Heni forschte zunächst am Universitätsklinikum Tübingen und ist nun am Universitätsklinikum Ulm als Leiter der Sektion Endokrinologie und Diabetologie tätig.

Die Preise wurden auf der 58. Jahrestagung des EASD in Stockholm vergeben, die vom 19. bis 23. September 2022 stattfand. Weitere Informationen hierzu: https://www.easd.org/

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)