AT: Inkontinenz: PsychologInnen können Betroffenen helfen

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Wien (OTS) – Von Inkontinenz betroffene Menschen sind nicht nur körperlich beeinträchtigt, die Krankheit ist vor allem psychisch belastend und kann die Lebensqualität von Betroffenen mindern. Der Verlust von Selbstachtung, psychische Probleme und soziale Isolation sowie eine Überforderung der Angehörigen können Folgen der Erkrankung sein.

Klinische PsychologInnen oder GesundheitspsychologInnen mit dem Schwerpunkt Gerontopsychologie können bei der Verarbeitung der Schamgefühle der Betroffenen eine große Hilfe sein. Durch die vertraulichen Gespräche mit den PsychologInnen erhalten an Inkontinenz Leidende einen Rahmen, in dem sie offen und ehrlich über ihre Ängste und Bedenken sprechen können. Dies alleine bewirkt schon eine große Entlastung.

„Ältere Menschen sind oft der irrationalen Überzeugung, dass „nur sie“ davon betroffen sind und dass das Problem der Inkontinenz nur ganz selten vorkommt. Diese Überzeugungen können dann im sicheren Rahmen der psychologischen Behandlung gut aufgelöst werden. Weiters neigen die Betroffenen sehr oft zu sozialem Rückzug, was sich negativ auf die psychische Befindlichkeit auswirken kann, da die positiven Verstärker im Alltag verloren gehen. Daher ist es wichtig in den psychologischen Gesprächen gemeinsame Bewältigungsstrategien zu erarbeiten und die Betroffenen zu motivieren, wieder Aktivitäten und soziale Kontakte aufleben zu lassen, die ihnen gut tun“, so Dr. Alexander Aschenbrenner, Experte für Gerontopsychologie aus Salzburg, über seine Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Inkontinenzproblemen.

Obwohl das Alter als der größte Risikofaktor für die Entwicklung einer Inkontinenz gilt, sind auch Kinder und Frauen (Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes sind häufige Gründe) betroffen. In Österreich leiden etwa eine Million Menschen an einer Inkontinenz. Die „Welt-Kontinenz-Woche“, die dieses Jahr im Zeichen der Inkontinenz steht, soll betroffene Menschen über die Möglichkeiten der Vorbeugung sowie Behandlung informieren und das schambesetzte Leiden ein Stück weit aus dem Tabu holen.

Über die Help-Line des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen können ExpertInnen, die sich mit dem Thema der Inkontinenz befassen, vermittelt werden. Die Help-Line ist unter der Telefonnummer 01 / 504 8000 erreichbar.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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