AT: Initiative „Wund?Gesund!“ – Eine Patientengeschichte

Innovative Wundbehandlung verbessert die Lebensqualität der Betroffenen. Kürzere Behandlungszeiten, geringere Personal- und Materialkosten sind Ergebnis moderner Wundmedizin. Die Initiative „Wund?Gesund!“ will bei allen Beteiligten das notwendige Bewusstsein dafür schaffen und Patienten die Möglichkeit geben, ihre Geschichte zu erzählen.

Wundbehandlung belastet auf allen Ebenen

Ingrid N., Pensionistin aus Wien, ist seit 2009 querschnittgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. „Durch das lange Liegen habe ich auf beiden Fersen einen Dekubitus, also ein Druckgeschwür, bekommen“, fasst sie ihre Krankengeschichte zusammen. Die offenen Wunden heilten dank einer guten Wundversorgung wieder vollständig ab. Doch das Sitzen im Rollstuhl hat seit kurzem wieder zu Beschwerden geführt:
„Leider habe ich auch an meinem Gesäß eine offene Stelle bekommen, die ich wieder behandeln lassen muss“, so Ingrid N. Im Spital musste der 75-jährigen abgestorbenes Gewebe an den Wundrändern entfernt werden. Die Wundprodukte, die Ingrid N. benötigt, werden ihr nur teilweise rückerstattet. „Die Wundbehandlung ist nicht nur eine körperliche, sondern auch eine finanzielle Belastung für mich.“

Relevanz der selbständigen Informationssuche

Schon bei der Behandlung der offenen Wunden an den Fersen hat Ingrid N. selbst nach Heilungsmethoden gesucht und ist dabei auf ein Inserat eines Studienprogrammes für innovative Wundversorgungsmethoden gestoßen. „Leider sind die Kosten der Behandlungsmethode nach Abschluss der Studie nicht von der zuständigen Gebietskrankenkasse übernommen worden“, so die Wienerin. Über neue Wundprodukte wird Ingrid N. seither direkt durch das behandelnde Spital informiert.

Die Geschichte von Frau N. ist eine von mehreren Patientengeschichten, in der Betroffene von ihrem Leben mit offenen Wunden und ihren Erfahrungen mit der aktuell verfügbaren Wundversorgung in Österreich berichten. Weitere Patientengeschichten finden Sie auf der Website www.wund-gesund.at der Initiative Wund?Gesund!.

Die Initiative „Wund?Gesund! für eine innovative Wundmedizin

Die Initiative Wund?Gesund! ist ein Zusammenschluss aus Unternehmen und Kooperationspartnern aus dem Gesundheitswesen. Es sollen Aktivitäten gesetzt werden, um die korrespondierende Patientenversorgung zu optimieren. Im Moment sind elf Unternehmen Mitglied der Initiative und derzeit weitere 19 Institutionen sind Kooperationspartner. Durch effiziente und innovative Wundmedizin kann der Genesungsprozess beschleunigt, (Folge)Kosten reduziert und das Patientenwohl gesteigert werden. Die Initiative Wund?Gesund! will daher verstärkt über Chancen und Möglichkeiten einer modernen Wundversorgung aufklären und mehr Transparenz im Bereich Verbandstoffe für die optimale Patientenversorgung erreichen.

Die Initiative setzt sich für das Wohl der Patienten ein

„Es sollte zum Normalzustand werden, dass jeder Patient ein Anrecht auf eine „State-of-the-Art“-Behandlung hat.“, so Mag. Philipp Lindinger, Sprecher der Initiative. Die Initiative setzt sich für die Versorgung für die optimale Wundversorgung der Patienten ein:
„Ausschlaggebend für eine innovative Behandlung sind viele Faktoren. Das medizinisch geschulte Personal und die Auswahl qualitativ hochwertiger Verbandstoffe sind dabei essentielle Elemente, die eine spezifische Behandlung von Wunden unterschiedlichster Art ermöglichen.“ Durch effiziente und innovative Wundmedizin könnten Behandlungszeiten verkürzt werden, Einsparungen an Personal- und Materialkosten erzielt und das Patientenwohl um ein Vielfaches gesteigert werden. „Betroffene sollen ein Recht auf Information und Mitbestimmung haben“, fasst Mag. Martina Laschet, Sprecherin der Initiative, zusammen.

Für den 15. September 2017 ist österreichweit zum zweiten Mal der „Wundtag“ geplant, der auf die aktuelle Wundversorgungssituation aufmerksam machen soll. Der Aktionstag findet jedes Jahr statt, um dem Patienten eine Stimme zu geben und mehr Transparenz in der Wundbehandlung für die optimale Patientenversorgung zu erreichen. Alle Wundvereine, Ambulanzen, Ordinationen etc. werden herzlichst eingeladen an diesem Tag mitzuwirken.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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