AT: In der Krise wichtiger denn je: 10 weitere Agenturen erhalten das ÖQZ-24 Zertifikat für 24-Stunden Betreuung

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Johannes Wallner sieht durch Corona Krise Imageaufwertung und verstärktes Interesse am Pflegeberuf

Zehn weitere Vermittlungsagenturen für die 24-Stunden-Betreuung haben die Anforderungen des „Österreichischen Qualitätszertifikat für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung“ (kurz „ÖQZ-24“) erfüllt. Sozialministerium und Wirtschaftskammer haben Richtlinien erstellt, welche die Grundlage für diese in Österreich einzigartige Qualitätsüberprüfung bilden. Die ersten 16 Vermittlungsagenturen wurden 2019 überprüft, nunmehr konnten zehn weitere eine Zertifizierung erlangen.

Betreuung in schwierigen Zeiten
Die Versorgung betreuungsbedürftiger Personen durch die Personenbetreuung hat in der Corona-Krise bis dato gut funktioniert. Die wenigen Ausfälle konnten durch die eigene Familie oder durch die von der Wirtschaftskammer organisierten Ersatzbetreuungskräfte weitgehend kompensiert werden. Wirtschaftskammer und Bundesregierung haben mit Sonderzügen und Sonderflügen nun rund 1.000 PersonenbetreuerInnen aus Rumänien und Kroatien zu den betreuungsbedürftigen Personen geholt. Aktuell betreuen 26 zertifizierten Vermittlungsagenturen insgesamt ca. 4.300 Klientinnen und Klienten. Diese werden von ca. 8500 Personenbetreuerinnen und Personenbetreuern gepflegt. Davon entfallen alleine auf Wien 2.159 Kunden und 4.310 Betreuende, gefolgt von NÖ mit rd. 1.000 Klienten und rd. 2.000 Betreuenden. “Der Pflegeberuf hat durch die Corona-Krise eine enorme Aufwertung erlebt. Nun interessieren sich auch mehr ÖsterreicherInnen für diese verantwortungsvolle Tätigkeit” konstatiert Johannes Wallner. Er ist Vorsitzender der ÖQZ-24 Zertifizierungseinrichtung.

Visiten via Skype
„Die Vermittlungsagenturen haben in dieser Krise sehr gute Arbeit geleistet – die von uns überprüften Organisationen konnten ihre Kundinnen und Kunden in gewohnter Weise professionell unterstützen und auch die Qualitätsstandards aufrecht halten. Unsere Anerkennung gebührt hier allen beteiligten Personen, aber speziell den Betreuungskräften, die zum Teil schon über viele Wochen nicht in ihre Heimatländer zurückreisen wollten oder konnten“, so Wallner. Auch in der COVID-19-Krise konnten die Standards eingehalten werden, wenn auch zum Teil nur durch Videotelefonie. „Derzeit erfolgt die Qualitätsvisite und die Beschwerdebearbeitung via Skype“, zeigt sich Wallner mit der Flexibilität der zertifizierten Agenturen sehr zufrieden.

Zertifizierung garantiert Sprachkenntnisse und medizinische Pflege
Sozialministerium und die Wirtschaftskammer haben die Qualitätsinitiative 2019 gestartet, um einheitliche Standards für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden Betreuung zu schaffen. Dafür wurden eigene Standards ausgearbeitet und in Richtlinien gegossen. Diese sehen u.a. die Durchführung regelmäßiger Qualitätsvisiten durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen der Vermittlungsagentur vor, ebenso wie ausreichende Sprachkenntnissen. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, welche über eine spezifische Ausbildung im Qualitätsmanagement des Gesundheits- und Pflegewesens verfügen, führen die Zertifizierung durch. Nur Vermittlungsagenturen, die alle Vorgaben der Richtlinien erfüllen, dürfen das ÖQZ-24 Qualitätszertifikat führen.

Breite Basis im Trägerverein
Der Träger-Verein des ÖQZ-24 ist unabhängig und breit aufgestellt: Mitglieder sind der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreich, www.lebensweltheim.at, Pro Senectute Österreich www.prosenectute.at, IBG Bildung im Gesundheitsdienst www.ibg-bildung.at, das Sozialministerium, Landesregierungen (Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und das Burgenland), der Arbeitersamariterbund Österreich, der Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen und die Caritas der Diözese Graz-Seckau.
Informationen über ÖQZ-24 und die bereits zertifizierten Vermittlungsagenturen: www.oeqz.at

Markus Golla
Über Markus Golla 7707 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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