AT: IG Pflege: Pandemie stellt pflegende Angehörige vor große psychische Belastung

Am 13.9. ist der österreichische Aktionstag pflegender Angehöriger

(C) Katrin Schützenauer

Körperliche Anstrengung, wenig Zeit für sich, große Verantwortung. Die Pflege von An- und Zugehörigen führt zu zahlreichen Veränderungen im Leben. Die Coronapandemie stellt für viele eine zusätzliche Belastung dar. Die Interessensgemeinschaft pflegender Angehöriger verweist daher heute anlässlich des Aktionstags am Montag auf die Wichtigkeit von Unterstützungsangeboten.

„Die Pandemie hat die psychische Belastung für pflegende Angehörige zusätzlich verschärft. Das Gefühl des Alleingelassenwerdens in dieser Zeit hat oft zu einer psychischen Überforderung geführt“, sagt Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger. Um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren, hätten viele pflegende An- und Zugehörige bei der häuslichen Pflege auf die Unterstützung durch Betreuungsdienste verzichtet.

Der Großteil der Pflegegeldbezieherinnen und Pflegegeldbezieher (79%) wird zuhause betreut. In Österreich gibt es fast eine Million pflegende Angehörige, meist wird diese Aufgabe von Frauen übernommen. „Pflegende Angehörige sind Österreichs größter Pflegedienst. Umso wichtiger ist es, auf ihre Situation aufmerksam zu machen und ihnen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie brauchen. Das kostenlose Angehörigengespräch ist eine wichtige Entlastung“, sagt Birgit Meinhard-Schiebel.

Das kostenlose Angehörigengespräch des Sozialministeriums bietet psychosoziale Unterstützung und hilft rasch und unbürokratisch. Geschulte MitarbeiterInnen stehen für bis zu drei kostenlose Beratungsgespräche zur Verfügung und informieren telefonisch oder im direkten Gespräch auch über weiterführende Angebote.

Der Nationale Aktionstag pflegender Angehöriger findet zum dritten Mal statt und steht dieses Jahr unter dem Schwerpunkt: „Wenn die Last in der Pandemie für pflegende Angehörige zu groß wird – das kostenlose Angehörigengespräch des Sozialministeriums ist eine wichtige Unterstützung“.

Die Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger bietet als Informationsdrehscheibe Zugang zu zahlreichen Unterstützungsmöglichkeiten und tritt auch politisch für niederschwellige und flächendeckende Angebote zur Entlastung von pflegenden Angehörigen und Zugehörigen ein.

Autor:in

  • Schauspielerin, Erwachsenenbildnerin, Werbekonsulentin, Sozialmanagerin, seit 2016 Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger, seit 2015 Gemeinderätin/Landtagsabgeordnete Wien

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