Das Versorgungsmodell Homecare und Casing Ökonomisch Sicher Leben

von Gabriele Hösl

(C) Graphic-in-Motion

Demographische Veränderungen und finanzielle Engpässe im österreichischen Gesundheitswesen fordern ein neues Raumdenken von Leistungserbringungsmodellen. Die bestehenden Gesundheits- und Sozialleistungsreinrichtungen benötigen ein Bindeglied in der Versorgungskette für Menschen mit Selbstfürsorgedefiziten – unabhängig von Alter und Geschlecht. Betroffene benötigen bei Krankheit unkompliziert und rasch (vorübergehend) Rat und Hilfe / Administration / Alltagsbetreuung durch eine kompetente Stelle in der Nähe ihres Wohnortes.

Ausgefeilte medizinische Leistungen lassen die Lebenserwartung der Bevölkerung steigen. Das System „LKF Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung“ senkt die Verweildauer in den Kliniken und macht diese wettbewerbsfähig.

Es fehlt ein Bindeglied am Gesundheits- und Sozialleistungssektor. Damit entwickeln sich kostspielige Situationen für das System. Diese können mit Empowerment und Education für die Bevölkerung, beginnend bei Betroffenen und deren Angehörige, nachhaltig eingedämmt werden. 

Noch wird die fehlende Form von Administration im Bereich Gesundheits- und Sozialleistung als Hausärztemangel definiert. Mediziner können den Bedarf nicht kompensieren. Die Betrachtung des Curriculums für ein Medizinstudiums zeigt, dass die Kernkompetenz keine Form von Alltagsadministration und Tagesablaufplanung für Menschen mit Selbstfürsorgedefiziten umfasst.

Die aktuelle Terminkultur zur Diagnosestellung und damit korrelierenden langen Wartezeiten fördern kostenintensive Komplikationen. Die Industrialisierung von Gesundheitsleistungen mit sehr straffem Zeitmanagement durch extramurale Dienste fordert kostenträchtigen Tribut. Sowohl aus pflegerischer Sicht, in  Notfallsituationen und aus therapeutischer Sicht.

Sehr lange Krankenstände, teure Kuraufenthalte für das Gesundheitswesen sind von den Kostenträgern zu finanzieren. Die sinkende Kaufkraft der Betroffenen hat negative Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft. Sobald Betroffene in eine Pflegeeinrichtung übersiedeln, steigen die Kosten für die Trägerorganisationen.In den Gemeinden sind diese Menschen nicht mehr Teil des Geschehens.

Soll erreicht werden, dass eine ökonomische und nachhaltige Leistungsform mit moderaten Kosten für die Träger entstehen, brauchen wir ein Bindeglied.

Obligatorisch gehört dazu Qualitätssicherung durch Pflegevisiten und eine Nachvollziehbarkeit der Leistungen.

Simple Kennzahlen und gleichgeschaltete Nomenklatur machen ein transparentes Controlling für die Leistungsträger möglich.

Gabriela Hösl
Über Gabriela Hösl 1 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpflegerin, Dialyse Isotopen und Endoskopie, Intensiv- und Anästhesiepflege, WDM - Wundmanagement und Wunddiagnostik, PDL, MSc Höheres Pflegemanagement DUK, Entwicklung eines Administrationsassessements für QM im Homecaring und Casing mit IKT Ingenieuren; Bis zur Pensionierung selbständig eine Pflegepraxis mit Wundmanagement und Medizinprodukten geführt, freie Vortragende für Wundmanagement in einer FSOB Schule, Kongressorganisation

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen