AT: HILFSWERK übergibt Positionspapier zum Thema Pflege

(C) Hilfswerk Kärnten

Seniorenratspräsidentin Ingrid Korosec zu Gast beim Hilfswerk Kärnten

Klagenfurt (OTS) – Aus Anlass des Besuches der Seniorenratspräsidentin Ingrid Korosec beim Hilfswerk Kärnten überreichten dessen Präsidentin Elisabeth Scheucher-Pichler und Geschäftsführer Horst Krainz ein Positionspapier zum Thema Pflege. Der Österreichische Seniorenrat dient als Dachverband der großen Seniorenorganisationen und setzt sich überparteilich für Anliegen und Angelegenheiten älterer Menschen ein. In Fragen der Sozial- und Gesundheitspolitik nimmt dieser nicht nur Stellung, sondern erarbeitet auch Lösungsvorschläge, die den politischen Entscheidungsträgern vorgelegt werden.

„Das Hilfswerk hat ein umfassendes Positionspapier zum österreichischen Pflege- und Betreuungssystems erarbeitet. Dieses zeigt, dass es eigentlich schon fünf nach zwölf ist. Deshalb fordern wir umgehend ein kurzfristiges Maßnahmenpaket und parallel dazu eine grundlegende Reform“, so Elisabeth Scheucher-Pichler, in ihrer Funktion als Vizepräsidentin des Hilfswerks Österreich. In Zukunft werde die mobile Pflege eine essenzielle Rolle spielen. Nur durch diese werde es überhaupt möglich sein, einerseits auf die Bedürfnisse der Menschen Rücksicht zu nehmen und andererseits dem Pflegenotstand entgegenzuwirken.

Die aktuelle Versorgungslandschaft in Österreich zeigt, dass 84 % der Betroffenen zu Hause betreut werden. Davon 46 % ausschließlich durch Angehörige, 31 % durch Mobile Dienste, 5 % durch eine 24-Stunden-Betreuung und 2 % durch teilstationäre Einrichtungen. Das heißt lediglich 16 % werden in Pflegeheimen versorgt. „Gerade jetzt, nach Abschaffung des Vermögensregress, der mehr oder weniger ‚nur’ den stationären Einrichtungen zugute gekommen ist, darf es keine Schlechterstellung der Mobilen Dienste geben! Außerdem ist es auch an der Zeit, alternative Formen der Pflege zu etablieren und die Finanzierung auf solide Beine zu stellen“, fordert Horst Krainz.

Ingrid Korosec betonte, dass sie das Positionspapier voll inhaltlich unterstützt, auch sie erachte eine Aufwertung der Mobilen Dienste als unumgänglich. „Wir müssen hier endlich ein Umdenken einleiten und viele unterschiedliche Modelle anbieten, aus denen sich die Menschen das für sie beste Betreuungsmodell aussuchen können. Und dafür muss die Politik in den nächsten Jahren die Rahmenbedingungen schaffen“, so Korosec, die im Rahmen ihres Aufenthaltes auch das „Betreubare Wohnen“ des Hilfswerks besuchte. „Das Hilfswerk ist in vielen Bereichen Vorreiter, wenn es um alternative und moderne Betreuungsangebote geht. Von der Alltagsmanagerin bis hin zur mobilen Demenzberatung gibt es individuelle Lösungen für jeden Betroffenen, aber auch für Angehörige. Das ist großartig und genau deshalb müssen die Mobilen Dienste bessergestellt und gefördert werden“, so die Seniorenratspräsidentin abschließend.

Grundlegende Forderungen des Hilfswerks:

  • Ausbau der Pflege zu Hause – mobile vor stationärer Pflege
  • Ausbau von betreuungs- bzw. pflegebedarfsbezogenen Wohnformen
  • Schaffung von neuen und Ausbau der bestehenden Bildungseinrichtungen für Pflegeberufe und deren Aufwertung
  • Valorisierung des Pflegegeldes
  • Schaffung innovativer Betreuungsmodelle
  • Unterstützung pflegender Angehöriger durch Mobile Dienste
Markus Golla
Über Markus Golla 7026 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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