AT: Hilfswerk Steiermark: „Auch Heimhilfen müssen von der Pflegereform profitieren!“

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Heimhilfen sind integraler Bestandteil mobiler Pflege- und Betreuungsteams und in der Basisversorgung unverzichtbar. Leider fehlen sie im aktuellen Vorhaben zur Pflegereform.

„Es ist nicht einzusehen, wieso Heimhilfen nicht vom Personalpaket der Pflegereform samt Gehaltsaufbesserunprofitieren sollen, so wie das in den aktuellen Gesetzesvorlagen vorgesehen ist“, kritisiert Gregor Hammerl, Präsident des Hilfswerk Steiermark, eines der größten Träger in der Pflege und Betreuung im Land. „In der einschlägigen 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zu den Sozialbetreuungsberufen sind Heimhilfen als integraler Bestandteil mobiler Pflege- und Betreuungsteams ausgewiesen. Im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz wird klar auf ihre Funktion in der Basisversorgung verwiesen: Unterstützung bei der Körperpflege, beim An- und Auskleiden, bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, beim Toilettengang, bei der Intimpflege und Inkontinenzversorgung, bei der Förderung der Bewegungsfähigkeit und beim Lagern, bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln. Es handelt sich hier um eine ganze Reihe verantwortungsvoller Tätigkeiten, die von den Heimhilfen zur Unterstützung pflegebedürftiger Menschen wahrgenommen werden“, so Hammerl.

Faktor im Kampf gegen den Personalmangel

Eine Berücksichtigung der Heimhilfen im Personalpaket der Pflegereform gebiete auch die politische Vernunft, erklärt Gerald MussnigGeschäftsführer des Hilfswerk Steiermark. „Denn auch bei Heimhilfen haben wir mittlerweile einen deutlichen Mangel. Derzeit können wir kaum noch die Nachfrage jener Menschen zufrieden stellen, die Unterstützung brauchen und sich an uns wenden, weil wir Engpässe beim Personal haben, auch in der Heimhilfe“, so Mussnig. Außerdem übersehe die Politik, dass das Berufsbild Heimhilfe auch ein Zubringer in die Pflegeberufe sei, kritisiert Mussnig. „Viele Heimhilfen sind Berufsumsteiger/innen oder Wiedereinsteigerinnen und lernen in ihrer Ausbildung die Pflegebranche erstmals kennen. Positive Feedbacks der Kundinnen und Kunden sowie anderer Teammitglieder motivieren dann die eine oder den anderen, berufsbegleitend die Ausbildung zur Pflegeassistenz in Angriff zu nehmen. Davon profitiert das gesamte Pflegesystem“, argumentiert Mussnig.

„Seit Jahren weist das Hilfswerk Steiermark darauf hin, dass es vieler Wege und Optionen bedarf, um Menschen in die Pflegeberufe zu bringen – und attraktiver Maßnahmen, um sie möglichst lange im Beruf zu halten. Das ist die zentrale Herausforderung der Pflegepolitik. Wir appellieren an die Bundesregierung, ihre eigenen Ansprüche ernst zu nehmen und im Zuge der Pflegereform auch die Leistung der Heimhilfen aufzuwerten. Sie haben es verdient“, so Hammerl und Mussnig abschließend.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)