AT: Hilfswerk Österreich und WIFO präsentieren NEUE Pflege-Studie

17. Dezember 2018 | News Österreich | 0 Kommentare

Die bevorstehende demographische Entwicklung bringt Österreichs Pflegesystem unweigerlich an seine Grenzen. Wer nach Lösungen sucht, um eine Explosion der Kosten und eine weitere Verschärfung der Personalsituation zu verhindern, kommt um mobile Pflege- und Betreuungsdienste nicht herum. Nur eine Forcierung mobiler Dienste im Versorgungsmix kann den Kostenanstieg dämpfen und den Personalbedarf im Rahmen halten. – Othmar Karas, Präsident Hilfswerk Österreich

Wien (OTS) – Das Hilfswerk Österreich hat das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) mit einer Studie beauftragt, um unter anderem zu untersuchen, wie sich – fiktive – Verschiebungen im Versorgungsmix in Zukunft auf die Kostenentwicklung und den Personalbedarf auswirken können.

Pflege und Betreuung in Österreich heute

In Österreich werden derzeit 84 Prozent aller Pflegegeldbezieher/innen zu Hause gepflegt – 45 Prozent ausschließlich von Angehörigen (informelle Pflege), 32 Prozent unterstützt von mobilen Pflegediensten wie Hauskrankenpflege, Heimhilfe, mobile Therapie etc.. Eine 24-Stunden-Betreuung wird von fünf Prozent in Anspruch genommen. 2 Prozent nutzen teilstationäre Einrichtungen wie etwa Tageszentren, rund 16 Prozent werden stationär gepflegt. „Mobile Dienste ermöglichen über 30 Prozent der Pflegebedürftigen, die daheim betreut und gepflegt werden, den Verbleib im eigenen Zuhause. Und sie sind ausschlaggebend dafür, ob und wie pflegende Angehörige mit ihren Herausforderungen zurechtkommen“, sagt Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich.

WIFO-Studie zum Versorgungsmix in der Pflege und Betreuung

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird in den nächsten Jahren stark steigenund das österreichische Pflegesystem, das bereits heute an seine Grenzen stößt, vor große Herausforderungen stellen. Die neue Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) zeigt mittels Projektionsmethoden auf, wie Änderungen im Versorgungsmix die Kostenentwicklung und den Personalbedarf beeinflussen. Dabei ergibt sich ein klarer Trend: Nur Verschiebungen des Versorgungsmix in Richtung mobiler Dienste können die Ausgabensteigerungen und den Personalbedarf im Pflegesystem im Rahmen halten.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)