AT: Hilfswerk Österreich lädt zum Pressegespräch: Faktencheck Pflegepersonal ein

Die Wahrheit über das „Schweizer Modell“ – und was Österreich daraus lernen muss!

(C) Hilfswerk

Wer wird künftig die Pflegearbeit leisten? Mit der Beantwortung dieser Frage steht und fällt die Zukunft des Pflegesystems. Allein bis zum Jahr 2030 benötigt die Langzeitpflege in Österreich rund 20.000bis 2050 rund 60.000 Pflegestellen mehr als heute. Höchste Zeit also, die Pflegeausbildung so zu reformieren, dass möglichst viele Menschen – mit unterschiedlichen Ausbildungsbiografien und Lebensplänen – in diesem verantwortungsvollen Berufsfeld Fuß fassen (können).

Die neue türkis-grüne Bundesregierung vermerkt in ihrem Regierungsprogramm auf Seite 246 einige Kernpunkte zur Neugestaltung der Pflegeausbildung, darunter die Anschlussfähigkeit bzw. Durchlässigkeit unterschiedlicher Ausbildungswege im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich sowie die Implementierung der Ausbildung zur/zum Pflegeassistent/in (PA) bzw. Pflegefachassistent/in (PFA) in BMS bzw. BHS. Auch die Einführung einer Lehre „unter Berücksichtigung eines altersspezifischen Curriculums“ sieht der türkis-grüne Pakt vor.

Die Schweiz hat sich dieses Problems schon vor mehr als einem Jahrzehnt angenommen und die Personalsituation in der Pflege nachhaltig stabilisiert. Seither ist es üblich, in österreichischen Debatten zur Pflegeausbildung – zumeist sehr oberflächlich – auf das „Schweizer Modell“ zu verweisen und mit dem Reizwort „Pflegelehre“ zu vermengen.

Doch wie sieht das Schweizer Modell der Pflegeausbildung wirklich aus? Welche Ausgangslage gab es in der Schweiz in den 2.000er-Jahren? Welche Schlüsse wurden daraus gezogen und welche strategischen Weichenstellungen vorgenommen? Wie hat sich die Neuausrichtung des Ausbildungswesens ausgewirkt? Gab es positive Effekte? Wurden die Erwartungen erfüllt?

Im Hilfswerk-Pressegespräch, wird Urs Sieber, einer Initiatoren des „Schweizer Modells“ dessen Geschichte und Effekte darlegen. Elisabeth Anselm wird aufzeigen, warum das Personalproblem in den Pflegeberufen nur durch eine mutige Reform des heimischen Bildungssystems gelöst werden kann.

Markus Golla
Über Markus Golla 6823 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen