AT: Hilfswerk initiiert Beirat für pflegende Angehörige

Ehrungen bei der Hilfswerk Generalversammlung in Salzburg
Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin Hilfswerk Österreich (links) und Othmar Karas, Präsident Hilfswerk Österreich (Mitte) mit den frisch ausgezeichneten Trägerinnen und Trägern der Hilfswerk Ehrennadel Gregor Hammerl, Obmann Hilfswerk Steiermark, Daniela Gutschi, Landesrätin für Bildung, Öffentliche Pflichtschulen, Natur und Nationalpark Salzburg und Oswald Klikovits, ehem. Obmann Hilfswerk Burgendland v.l.n.r.

Wiedergewählter Präsident Karas präsentiert Vorhaben anlässlich Generalversammlung in Salzburg

Am 10. Juni 2022 fand die 11. ordentliche Generalversammlung des Hilfswerk Österreich in der Red Bull Arena in Salzburg statt. Othmar Karas wurde mit großer Zustimmung der Delegierten als Präsident wiedergewählt. Eines der wichtigsten Vorhaben für die nächste Funktionsperiode ist ein Bündel von Maßnahmen rund um pflegende und sorgende Angehörige, darunter auch die Gründung eines Beirats.

„Als größter Anbieter im Bereich Pflege und Betreuung zu Hause wissen wir, welche Bedeutung pflegenden Angehörigen zukommt. In Österreich werden rund 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zu Hause betreut. Oft von pflegenden Angehörigen alleine, teilweise mit Unterstützung von mobilen Diensten wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe, teilweise mit Hilfe von 24-Stunden-Betreuung“, erläutert Othmar Karas, der am 10. Juni bei der Generalversammlung des Hilfswerk Österreich in der Red Bull Arena in Salzburg mit 90 von 90 Delegiertenstimmen als Präsident bestätigt wurde.

Pflegenden Angehörigen mehr Gehör verschaffen!

„Mit der Gründung des Beirats für pflegende Angehörige verankern wir einerseits deren Anliegen noch klarer in der Arbeit des Hilfswerks. Andererseits wollen wir pflegende und sorgende Angehörige dabei unterstützen, ihre Stimme im politischen Diskurs deutlicher zu positionieren und sich mehr Gehör zu verschaffen“, beschreibt Karas den Hintergrund der Initiative. Jenseits der Gründung des Beirates wird es ein Bündel an Maßnahmen rund um pflegende und sorgende Angehörige geben. Dazu zählen neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung insbesondere die empirische Auslotung der realen Bedürfnisse Angehöriger, aber auch die Entwicklung von Konzepten, um ihnen bestmögliche Unterstützung bieten zu können. „Hier werden wir auch die Politik fordern, denn vieles, was Angehörigen helfen würde, können wir auf Grund der aktuellen Rahmenbedingungen und Finanzierungslogiken derzeit nicht anbieten“, so Karas.

Auseinandersetzung mit Identität, Auftrag und Verpflichtung

Dass das Hilfswerk sich mit der Pflege und Betreuung zu Hause im Allgemeinen sowie der Situation von pflegenden Angehörigen im Besonderen auseinandersetzt, liegt zutiefst in seiner Identität begründet. Seien es Seniorinnen und Senioren, Kinder, Jugendliche und Familien, Menschen in kritischen Lebenslagen oder in internationale Krisenregionen: Stets war und ist das Credo des Hilfswerks, die Kräfte und die Selbstbestimmung des Einzelnen und des sozialen Gefüges im Nahbereich zu respektieren und zu stärken. So stand auch die Reflexion des Gründungsauftrags auf der Agenda der Generalversammlung. Boris Marte, Vorstandsvorsitzender der Erste Stiftung, erzählte als Gastreferent von der Rückbesinnung der Erste Bank auf ihren Gründungsauftrag und welche Bedeutung selbige für die Repositionierung der Bank und der Marke hatte. Danach diskutierten Positionierungs- und Markenexperte Michael Brandtner, Hilfswerk-Präsident Karas und der „Gründervater“ des heutigen Hilfswerks, Erich Fidesser, mit Marte über die Zusammenhänge und Verpflichtungen von Auftrag, Marke und Position.

Gewichtige Gratulanten, gerührte Geehrte, prominente Gäste

Die Delegierten freuten sich außerdem über Grußadressen von Bundeskanzler Karl Nehammer und Sozialminister Johannes Rauch. Auch Ehrungen waren Teil des Geschehens in der Red Bull Arena: Die Ehrennadel in Gold des Hilfswerk Österreich erhielten Wolfgang Hattmannsdorfer, Soziallandesrat in Oberösterreich und bis 2021 Obmann des Hilfswerk Oberösterreich, Daniela Gutschi, Bildungslandesrätin in Salzburg und frühere Geschäftsführerin des Hilfswerk Salzburg, Oswald Klikovitsehemaliger Obmann des Hilfswerk Burgendland und seinerzeit Nationalrats- und Landtagsabgeordneter, sowie Gregor Hammerl, ehemaliger Landtagsabgeordneter und Bundesratspräsident und seit fast dreißig Jahren amtierender Präsident des Hilfswerk Steiermark, dem die Generalversammlung überdies zu seinem achtzigsten Geburtstag gratulierte.

Unter den Delegierten und Gästen fanden sich viele beim Hilfswerk haupt- und ehrenamtlich engagierte Persönlichkeiten, darunter Landtagsabgeordnete und Präsidentin des Hilfswerk Niederösterreich, Michaela Hinterholzer, Nationalratsabgeordnete und Präsidentin des Hilfswerk Kärnten Elisabeth Scheucher-Pichler, der Präsident des Hilfswerk Salzburg und Geschäftsführer der Salzburg Wohnbau, Christian Struber, die Präsidentin des Wiener Hilfswerks und ehemalige Landtagsabgeordnete, Karin Praniess-Kastner, sowie Ex-Flughafenvorstand und Präsident des Hilfswerk International, Christian Domany. Besonders freute man sich über Gäste wie Nationalratsabgeordneten und Pflege-Sprecher der ÖVP, Ernst Gödl.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)