AT: Hilfswerk fordert Qualitätssiegel für die 24-Stunden-Betreuung

4. August 2018 | News Österreich | 0 Kommentare

Klagenfurt (OTS) – Das Hilfswerk ist Österreichs größter Sozialdienstleister im Bereich der mobilen Pflege und Betreuung. Österreichweit nehmen derzeit rund 30.000 Menschen diese Unterstützung des Hilfswerks in Anspruch – von der Kurzzeitpflege bis zur 24-Stunden-Betreuung.

Um den Kundinnen und Kunden bestmögliche Betreuung zukommen zu lassen, bedarf es regelmäßiger Evaluierungen. Heuer wurde deshalb eine Umfrage* zur 24-Stunden-Betreuung unter allen Kundinnen und Kunden sowie Personenbetreuerinnen und -betreuern durchgeführt, deren Ergebnis dem Hilfswerk beste Noten ausstellt.

Elisabeth Scheucher-Pichler, Präsidentin des HW Kärnten und Vizepräsidentin des HW Österreich: „Es freut uns, dass wir eine so hohe Kunden- und Betreuerzufriedenheit aufweisen. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass wir strenge Qualitätskriterien haben und selbständige Personenbetreuer/-innen sehr sorgfältig aussuchen und gleichzeitig diese ein optimales Arbeitsumfeld vorfinden.“

Unter den Personenbetreuer/-innen, von denen rund die Hälfte schon bei anderen Betreuungsagenturen gearbeitet hat, standen der gute Ruf und die Verlässlichkeit des Hilfswerks als Begründung an oberster Stelle.

Abgefragt wurden auch noch viele weitere Parameter, unter anderem, warum man sich für eine 24-Stunden-Betreuung, anstelle eines anderen Angebotes (z.B. betreutes Wohnen), entschieden habe. 95 Prozent der Kundinnen und Kunden haben hier angegeben, dass der Grund für ihre Entscheidung die Möglichkeit im eigenen Zuhause bleiben zu können war. Ein Verbleib in der gewohnten Umgebung sei deshalb so wichtig, weil man weiter am sozialen Leben teilnehmen könne, so Scheucher-Pichler.

Qualitätssiegel gefordert

Die hohen Positivwerte, was die Qualität der Hilfswerk-Leistungen betrifft, erklärt Präsidentin Elisabeth Scheucher-Pichler damit: „Wir haben bereits seit einigen Jahren – gemeinsam mit anderen großen Sozialorganisationen – hohe Qualitätsstandards eingeführt. Einerseits werden unsere Personenbetreuer/-innen sorgfältig ausgewählt, andererseits garantieren wir den Angehörigen stabile Betreuungsverhältnisse, in die auch Familienangehörige und andere Bezugspersonen mit eingebunden werden.“

Zur Qualität privater Betreuungsagenturen sagt die Präsidentin weiter: „Leider gibt es unter den privaten Anbietern immer mehr, die unqualifizierte Kräfte vermitteln, um das schnelle Geld zu machen. Das ist nicht nur für die Betroffenen eine Katastrophe, diese schaden dem gesamten System. Deshalb fordert das Hilfswerk seit Jahren ein offizielles Qualitätssiegel.“ Dieses solle Qualitätskriterien wie beispielsweise regelmäßige Qualitätskontrollen oder verpflichtende Einschulungen vorschreiben.

„Auf Initiative des Hilfswerks wurde hier ein Prozess eingeleitet und so haben wir mit der Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam einen Vorschlag erarbeitet, der nun dem zuständigen Ministerium vorliegt. Ziel ist die Erstellung einer ‚Positivliste’ von zertifizierten Agenturen und im Idealfall eine Verkoppelung dieser mit der Förderung bzw. steuerlichen Absetzbarkeit“, so Scheucher-Pichler abschließend. 

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)