AT: Hilfswerk: 24-Stunden-Betreuung braucht gesicherte Qualität

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Rechnungshofbericht zeigt klare Richtung für angekündigten Reformprozess auf

Wien (OTS) – In seinem aktuellen Bericht zur 24-Stunden-Betreuung in Österreich stellt der Rechnungshof der Arbeit von Betreuerinnen und Betreuern ein gutes Zeugnis aus. Für die Zukunft wird ein Qualitätssicherungssystem empfohlen, das die Einbindung diplomierter Pflegekräfte vorsieht. „Zehn Jahre nach der Schaffung eines legalen 24-Stunden-Betreuungsmodells zeichnet der Rechnungshof ein klares Bild, in welche Richtung sich diese bei den Österreicherinnen und Österreichern beliebte Betreuungsform weiterentwickeln soll“, sagt Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich.

Qualitätssicherung bewährt sich in der Praxis

Bei 99 Prozent der im Auftrag des Ministeriums durchgeführten Hausbesuche stieß das Kompetenzzentrum für Qualitätssicherung der Sozialversicherungsanstalt der Bauern auf keinerlei Mängel in den Versorgungsbereichen Körperpflege, Ernährung und hygienische Wohnsituation. Zu Beanstandungen kam es nur bei der fehlenden Delegation medizinisch-pflegerischer Tätigkeiten durch eine Ärztin oder Arzt bzw. einer diplomierten Pflegekraft. Das heißt, dass durch die Betreuer/innen Tätigkeiten durchgeführt wurden, für die sie formal keine Unterweisung bzw. Übergabe hatten. „Um solche Probleme zu vermeiden, setzen wir als Hilfswerk seit vielen Jahren konsequent und erfolgreich auf ein Qualitätscoaching durch diplomierte Pflegekräfte, die derartige Delegationen im Bedarfsfall durchführen. Darüber hinaus hat sich unser Modell auch bewährt, weil im Zuge der regelmäßigen Qualitätsbesuche bei den Kundinnen und Kunden Fragen besprochen werden können, fachliche Unterstützung und Beratung geboten wird und der Pflege- und Betreuungsalltag optimiert wird“, präzisiert Anselm.

Langjährige Forderung setzt sich durch

„Wir begrüßen die Empfehlungen des Rechnungshofes, die Qualitätssicherung bei der 24-Stunden-Betreuung auszuweiten und sehen darin einen sinnvollen Weg, ein hohes Qualitätslevel bei allen Kundinnen und Kunden dieser Betreuungsform zu garantieren. Der Zeitpunkt ist ideal, denn im Rahmen des von Sozialministerin Hartinger-Klein angekündigten Reformprozesses für dieses Betreuungssetting werden auch Lösungen für das Qualitätsthema erarbeitet werden müssen. Im Idealfall verbindet man die Qualitätsfrage mit der mehrfach angedachten Erhöhung der Förderung für 24-Stunden-Betreuung, die seit mehr als zehn Jahren nicht valorisiert wurde“, so Anselm abschließend.

ÜBER DAS HILFSWERK ÖSTERREICH

Das Hilfswerk Österreich, eine 1947 gegründete NGO im Bereich Soziales und Gesundheit, ist einer der wichtigsten heimischen Anbieter hochwertiger Pflegedienstleistungen und Marktführer im Bereich mobiler Pflege- und Betreuung in Österreich.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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