AT: Härtetest: Patient*innen bewerten Pflegequalität im Krankenhaus während der Covid-Pandemie

Mutig zeigt sich das Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien, ein Unternehmen der Vinzenz Gruppe, mit einer aktuellen Studie. Während umfassende Versorgung in Zeiten der Pandemie immer wieder thematisiert wird, befragte das Akutspital in Wien-Mariahilf die Patient*innen während der Covid-19 Pandemie selbst, wie gut sie sich gepflegt fühlen. Das Ergebnis: Die hohe Kompetenz der Pflegenden ermöglicht es auch in Krisenzeiten, die Pflegeversorgung sicherzustellen. Die Studie wurde jetzt in Springer „ProCare“, Fortbildungsmagazin für die Pflege, veröffentlicht.

Die Befragung war zugleich ein Härtetest für das im Jahr 2019 eingeführte Caring* Pflegekonzept, das Beziehung als Schlüssel einer erfolgreichen Therapie sieht. Die Patient*innen im Spital sollten bewerten, ob es den Pflegenden auch während dieser herausfordernden Zeit gelingt, den hohen Qualitätsanspruch zu erfüllen. Ziel der Studie war es einerseits zu messen, welche Tätigkeiten im Akutbereich aus Sicht der Patient*innen und ihren Bezugspersonen wahrgenommen wird, aber vielmehr, welche Einflussfaktoren die Wahrnehmung von Caring lenken. Caring (Mayer et al. 2011) wird in der Literatur als grundlegende Essenz der professionellen Pflege gesehen, es geht um die Dimensionen „Wohlbefinden schaffen“, „Fachliche Sicherheit“, „Verfügbarkeit“, „Vertrauensvolle Beziehung“, „Vorausschauen“ und „Information und Förderung“.

Auch in der Krise: Beziehung als Schlüssel einer erfolgreichen Therapie

Die Entwicklung der pflegerischen Versorgung in den Jahren 2020/21 im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie zeigt, dass die professionelle Beziehung zu den Patient*innen und Pflegepersonen essenziell ist. „Die positiven Ergebnisse bekräftigen, dass das Caring Konzept nicht nur von unseren Pflegepersonen gelebt, sondern ebenfalls von unseren Patient*innen wahrgenommen und gespürt wird. Es bestätigt uns in unserem täglichen Handeln und lässt darauf schließen, dass wir auch in herausfordernden Zeiten durch das Caring Konzept den Patienten*innen die notwendige Sicherheit und das Vertrauen geben. Durch diese Studie konnten wir nachweisen, dass unsere Pflegenden Beziehungspflege leisten und diese auch durchwegs positiv wahrgenommen wird“, freut sich Pflegedirektorin Dipl.-PWin Isabell Koßmann, Pflegedirektorin Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien, Vinzenz Gruppe. Die gesamte Studie inkl. Auswertungen ist in der September-Ausgabe des Fachmagazins ProCare, Springer Verlag, nachzulesen.

Härtetest bestanden

Zielgruppe der Befragung waren zustimmungsfähige Patient*innen, die innerhalb der letzten 24 Stunden keine Narkotika oder Sedierungsmittel erhalten haben und einverstanden waren an der Studie teilzunehmen. Die Verteilung von Frauen und Männern war unter den Befragten war jeweils annähernd 45% und 55% (51 Frauen und 63 Männer). Die meisten Patient*innen waren älter als 71 Jahre (ca. 34%), gefolgt von Patient*innen zwischen 18 und 50 Jahren (ca. 29%). Diese Daten spiegeln die hohe Altersbreite der Patient*innen wieder, welche zur Zeit der Befragung in den unterschiedlichen Fachrichtungen des Krankenhauses versorgt werden. Teil der Befragung war die Information über Vorerfahrungen als Patient*in im Krankenhaus bzw. die Verweildauer im Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien. Ca. 86% der Befragten hatten bereits Vorerfahrung als Patient*innen in einem Krankenhaus. 55,8% der Befragten wurden in einem der ersten drei Tage ihres Aufenthaltes befragt, am häufigsten haben Patient*innen an unserer Befragung teilgenommen nachdem sie mindestens fünf Tage in unserem Krankenhaus in Behandlung waren (35,1 %).

Pflegedirektorin Koßmann sieht die Studie in Zeiten der Pandemie als bestandenen Härtetest für das Pflegekonzept: „Caring ist ein Pflegekonzept zum Anfassen, welches sowohl den aktuellen Anforderungen entspricht als auch krisen- und pandemiesicher ist. Es ist ein praxistaugliches Konzept, welches unseren Mitarbeitenden Sicherheit in solchen turbulenten Zeiten bietet.“ Die Befragungsergebnisse dienen dem Spital als wertvolle Grundlage das Konzept konstant lebendig und die Pflegequalität für unsere Patientinnen und Patienten kontinuierlich hoch zu halten.

Quellen: *Caring nach den Grundlagen von Martinsen (1989), Kristiansen et al. (2006) und Mayer et al. (2011) Mayer H., Hojdelewicz B., Koller M., Zellhofer H., Zojer E. (2011): „Careful“. Caring-Bedürfnisse von onkologisch erkrankten Menschen im postoperativen, behandlungszentrierten und palliativen Setting. Endbericht. Universität Wien: Fakultät für Sozialwissenschaften, Institut für Pflegewissenschaft. Kristiansen, L., Hellze, O., Aspl, K. (2006): Swedish assistant nurses’ experiences of job satisfaction when caring for persons suffering from dementia and behavioural disturbances. An interview study.International Journal of Qualitative Studies on Health and Well-being, 1, 245-256.

Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien

Das Barmherzigen Schwestern Krankenhaus Wien, ein Unternehmen der Vinzenz Gruppe, ist ein Akutspital im 6. Bezirk. Die Fachklinik ist spezialisiert auf den gesamten Verdauungstrakt und urologischen Bereich, Onkologie und Psychosomatik. Das Darmzentrum, das Adipositas-Zentrum und das Beckenboden-Zentrum des Krankenhauses bieten gebündelte Kompetenz sowie ein breites und fächerübergreifendes Therapieangebot. Jährlich werden mehr als 55.000 Patientinnen und Patienten stationär und ambulant behandelt. Weitere Informationen auf www.bhswien.at

Über Markus Golla 10208 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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