AT: Grüne Wien/Huemer zum internationalen Tag der Pflege: Supervision für alle Pflegekräfte

Die Grünen

„Supervision für alle Pflegekräfte“ fordert Barbara Huemer, Grüne Sprecherin für Gesundheit und Pflege anlässlich des morgigen Internationalen Tags der Pflege. „In vielen Sozialberufen ist regelmäßige Supervision state of the art. Im Pflege und Gesundheitsbereich ist das nicht der Fall. Da gäbe es Supervision höchstens im Bedarfsfall“, kritisiert Huemer: „Beschäftigte in der Pflege sind neben ihren fachlichen Aufgaben auch besonders stark psychisch, sozial und kommunikativ gefordert. Die generell hohe Arbeitsbelastung wurde durch die Covid-19 Pandemie verstärkt. Als wichtigen Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Stressbewältigung in Pflegeberufen wollen wir Supervision als Regelmaßnahme in der Arbeitszeit für alle Pflegekräfte“. Huemer kündigt einen entsprechenden Antrag dazu im Wiener Gemeinderat an.

Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich

Der Großteil der Pflegekräfte – ob im Spital, in Behinderten- oder Pflegeeinrichtungen ist weiblich. Bis 2030 werden in Wien zusätzlich 9.000 Pflegefachkräfte gebraucht. Um dem Pflegefachkräftemangel entgegen zu wirken, sind die Arbeitgeber*innen im Gesundheits- und Pflegebereich gefordert, das bestehende Personal bestmöglich zu unterstützen. „Viele Pflegekräfte sind in der Pandemie so stark an die Grenzen gekommen, dass sie einen Berufswechsel planen. Dem Berufsausstieg muss dringend durch bessere Arbeitsbedingungen und höhere Entlohnung entgegengewirkt werden“, fordert Huemer. „Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich muss offensiv verhandelt werden. Die öffentliche Hand muss den Wert der Pflegearbeit anerkennen den jeweiligen Institutionen mehr Mittel zur Verfügung stellen, um die Beschäftigten adäquat bezahlen zu können.“

Huemer ist zuversichtlich, dass nun auch wieder die Pflegereform im Gesundheitsministerium an Fahrt aufnehme. „Im Sinne der Beschäftigten, der zu Pflegenden und ihrer Angehörigen muss der Wert der Pflege endlich auch monetär zum Ausdruck gebracht werden. Applaus und ein Dankeschön reichen nicht mehr aus. Jetzt müssen Bund, Länder und Institutionen ihren Worten Taten folgen lassen. Der Zukunftsberuf Pflege braucht Wertschätzung auf allen Ebenen“, so Huemer abschließend.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen