AT: Grüne/Ribo & Götze: Attraktivierung systemrelevanter Berufe ist unabdingbar und höchst an der Zeit

50 Wissenschafterinnen fordern eine Aufwertung systemkritischer Berufe. Dieser Forderung muss mit Nachdruck nachgegangen werden.

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Wien (OTS) – „Bereits vor der Corona-Krise war klar, dass Frauen weniger verdienen als Männer und dass Frauen in ‚typischen Frauenberufen‘, also auch in Pflege- und Betreuungsberufen, diese Ungleichstellung noch einmal deutlicher spüren. Während der Corona-Krise wurden diese – überwiegend – Frauen als systemerhaltend erkannt und laut beklatscht. Von Applaus kann aber keine einzige Frau ihre Miete bezahlen. Wir brauchen also eine Erhöhung der Gehälter und Löhne sowie eine generelle Attraktivierung dieser Berufe.“, so die Sprecherin der Grünen für Senior*innen und Pflege Bedrana Ribo.

„Neben Wertschätzung und Anerkennung ist die Entlohnung für die Arbeitszufriedenheit der arbeitenden Menschen sehr wichtig. Ob Supermarktkassiererin, Pflegerin oder Kinderbetreuerin: Die gesellschaftliche Anerkennung scheint in diesen systemkritischen Bereichen gestiegen zu sein, das Gehalt ist es aber nicht. Das muss sich ändern, wenn wir verhindern wollen, dass Menschen ihren Beruf mangels fairer Bezahlung aufgeben“, stellt Elisabeth Götze, Wirtschaftssprecherin der Grünen fest. Und weiter „Gute Arbeit braucht gute Entlohnung. Sonst können wir die Versorgung langfristig nicht sicher stellen.“

„Ich begrüße die Forderungen der 50 Wissenschafterinnen, weil ich möchte, dass Frauen in systemrelevanten Berufen eine qualitätsvolle Arbeit leisten können, die finanziell entsprechend honoriert wird, unter guten Rahmenbedingungen stattfinden kann und für Pensionen sorgt, von denen Frauen auch im Alter leben können.“, so Bedrana Ribo. „Höhere Mindestlöhne stärken die Kaufkraft der betroffenen Berufsgruppen und das kommt wieder der Wirtschaft zu Gute. Außerdem brauchen die Mitarbeiterinnen mehr Planbarkeit hinsichtlich ihrer Arbeitszeiten. Das steigert nicht nur die Arbeitszufriedenheit, sondern es wirkt sich auch vorteilhaft auf die Qualität bzw. Produktivität der Arbeitsleistung aus“, ergänzt Elisabeth Götze.

„Ein anderer guter Ansatz ist die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche, die auch von der Wiener Vizebürgermeisterin Birgit Hebein unterstützt wird. Weitere Maßnahmen in diese Richtung müssen folgen.“, so Ribo.

Markus Golla
Über Markus Golla 7383 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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