AT: Grüne/Ribo: Gewalt gegen ältere Menschen muss nachhaltig entgegengewirkt werden

Pfleger*innen und Betreuer*innen brauchen gute Rahmenbedingungen für ihre Arbeit

(C) Patila

Wien (OTS) – Heute, am 15. Juni, ist der Internationale Tag gegen Gewalt an älteren Menschen. Gewalt ist eine Menschenrechtsverletzung und ältere Menschen sind diesem gesellschaftlichen Phänomen in besonderer Weise ausgesetzt. Denn Menschen, die Pflegebedarf haben, leben in einem Abhängigkeitsverhältnis, das auch ausgenützt werden bzw an die Grenzen führen kann. So können ältere Menschen in den jeweiligen Einrichtungen durch Pflegekräfte Gewalt erfahren oder sie sind im Rahmen von pflegerischen Tätigkeiten zu Hause gewalttätigem Verhalten ausgesetzt. Die Ursachen dafür können Überforderung oder aber auch eine gewalttätige Haltung bzw eine gewalttätige Struktur in der jeweiligen Einrichtung sein.

„Immer wieder erfahren wir von solchen Gewalthandlungen gegenüber älteren Menschen. Wichtig scheint mir dabei, gewaltfördernde Strukturen aufzubrechen und für Pflege- und Betreuungskräfte solche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Ihnen Zeit geben, in Ruhe die älteren Menschen zu pflegen und mit ihnen gewaltfrei in Kontakt zu treten“, so die Sprecherin der Grünen für Senior*innen und Pflege, Bedrana Ribo.

„Gewaltprävention in diesen Zusammenhang bedeutet aber auch, sowohl die Managementebene als auch die Pflege- bzw Betreuungskräfte zu sensibilisieren. Diese Menschen müssen also geschult werden, um zu wissen, wo Gewalt beginnt und wie dieses Phänomen auch sprachlich benannt werden kann. Dafür braucht es ebenfalls Geld.“

Gewalt zu erfahren, bedeutet auch, sich dafür zu schämen und deshalb eher nicht darüber zu sprechen. Verstärkt wird das insbesondere bei älteren Menschen durch die Tatsache, dass sie nicht mehr in der Lage sind, die Gewalterfahrungen anzusprechen bzw sich zu wehren.

„Es braucht also außerdem eine gute, für Gewalt sensibilisierte Vertretung dieser älteren Menschen und – im privaten Kontext – ein sensibilisiertes und waches Umfeld, das sich bei Bedarf an Professionalist*innen wenden kann, um Hilfe zu holen“, so Ribo und weiter: „Ich möchte, dass die älteren Menschen, die auf Pflege und Betreuung angewiesen sind, in einem sensibilisierten und gewaltfreien Umfeld leben und so eine qualitativ hochwertige Pflege und Betreuung bekommen. Dafür werde ich mich einsetzen. Aber auch dafür, dass die Pfleger*innen und Betreuer*innen unter guten Rahmenbedingungen eine qualitätvolle Arbeit leisten können, die nicht zu Überforderung und möglicherweise gewalttätigen Übergriffen führt.“

Markus Golla
Über Markus Golla 7025 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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